Volleyball : Haching hat Respekt vor den Volleys

Die BR Volleys treffen im Finale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft auf Unterhaching, das beste Team der Hauptrunde. Doch nach dem Erfolg über den amtierenden Meister VfB Friedrichshafen sind die Berliner heiß auf den Titel.

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Natürlich ist der Vergleich nicht sehr passend, vielleicht empfindet ihn mancher sogar als pietätlos, aber auf solche Feinheiten kommt es Mihai Paduretu nicht an. Dem Trainer des Volleyball-Bundesligisten Haching geht es um die Dramatik der Aufgabe und natürlich auch darum, den Gegner noch größer zu machen, als er ist. Damit der vielleicht ein wenig selbstzufrieden auftritt. Also verkündet der Rumäne Paduretu drohend-pathetisch: „Berlin schwimmt auf einer großen Welle. Das ist ein Tsunami, der auf uns zurollt. Wir müssen uns mit aller Kraft dagegenstemmen.“

Am Samstag müssen die Hachinger den Wellenbrecher spielen. Sie treffen in eigener Halle im ersten Finalspiel um die deutsche Volleyball-Meisterschaft auf die BR Volleys. Paduretu saß auf der Tribüne, als die Volleys am vergangenen Sonntag in der Schmeling-Halle den VfB Friedrichshafen aus den Play-offs kegelten. Das hat ihn mächtig beeindruckt, das sagt er offen. Aber Angst habe er keine vor den Berlinern, immerhin war Haching in der Normalrunde die beherrschende Mannschaft in der Bundesliga. Außerdem weiß er, dass die Volleys Verletzungssorgen plagen: Der neue Volleys-Diagonalangreifer Urpo Sivula fällt wegen eines Bänderrisses möglicherweise für alle Finalspiele aus. Und auch Außenangreifer Scott Touzinsky sowie Mittelblocker Ricardo Galandi sind zumindest angeschlagen. Er weiß allerdings auch, dass Volleys-Trainer Mark Lebedew gesagt hat: „Die Verletzungen empfinde ich nicht als tragisch. Wir sind ausgeglichen besetzt.“

Das ist Haching allerdings auch. Kopf der Mannschaft ist Zuspieler Branislav Skladany. „Er ist sehr schlau und hat viel Spielwitz“, sagt Paduretu über den 30-jährigen Slowaken. Der stärkste Angreifer bei Haching ist Christian Dünnes, keiner im Team punktet so oft wie der 27-Jährige. Im Mittelblock glänzt Haching vor allem mit Max Günthör. „Er ist eine Führungspersönlichkeit“, sagt der Hachinger Trainer über den Nationalspieler. „Er hat sich wie eine Rakete entwickelt.“

Aber auf die spielerische Klasse seiner Profis allein will sich der Verein nicht verlassen. Gut, so viele Fans wie in Berlin werden mit Sicherheit nicht zum Spiel kommen. Aber jene, die kommen, die haben einen klaren Kampfauftrag: „Lasst die Halle beben.“

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