Volleyball : Köpenicker SC: „Kreisligatauglich“

Beim Volleyballklub Köpenicker SC wird auch ums Geld gestritten.

Karsten Doneck

Berlin - Im Ratskeller Köpenick sollte bei einem Glas Bier der Vereinsfrieden wieder hergestellt werden. Eine gute Idee, nur denkbar schlecht umgesetzt. „Es ist sehr laut geworden“, erinnert sich Vorstandsmitglied Klaus Sieckmann an jenen Abend. Und es gab handfeste Entscheidungen: Der Köpenicker SC kündigte seinem Trainer Matthias Münz fristlos, obwohl der mit den Bundesliga-Volleyballerinnen des Klubs unter widrigsten Bedingungen die ersten beiden Saisonspiele gewonnen hatte. Als Nachfolger wurde Tom Schwenk angeheuert, ein studierter Sportwissenschaftler, zuletzt Landestrainer beim Berliner Volleyball-Verband. Die Spielerinnen blieben von dem ganzen Wirbel offenbar nicht unbeeindruckt: Bei ihrem dritten Saisonauftritt kamen die Köpenickerinnen am Sonntag bei NA Hamburg im ersten Satz mit 6:25 (!) unter die Räder, kassierten dann mit 0:3 die erste Niederlage.

Matthias Münz hatte den Vorstand des Köpenicker SC verbal hart attackiert. „Wir spielen zwar Bundesliga, aber das Umfeld ist nur kreisligatauglich“, monierte der Trainer. Zudem klagte er, dass er statt des vereinbarten Lohns für seine Arbeit „bisher nur eine Anzahlung“ erhalten habe. Ein Tatbestand, dem Sieckmann gar nicht widerspricht. Der Vizevorsitzende gibt zu bedenken: „Da kann es noch zu einem Rechtsstreit kommen.“ Dass auch die fristlose Kündigung von Münz juristisch angefochten wird, hält Sieckmann eher für unwahrscheinlich: „Er hat sich mit seinen öffentlichen Äußerungen vereinsschädigend verhalten.“

Münz wirft dem Vorstand vor, „null Kommunikation“ mit ihm gepflegt zu haben. Seine beiden Assistenten Andreas Heissel und Thomas Dzialas hätten nicht einmal die zugesagten Arbeitsverträge bekommen. „Wir alle führen diesen Verein ausschließlich ehrenamtlich, wir stehen nun mal nicht permanent zur Verfügung“, entschuldigte Sieckmann.

Als Münz von Oliver Scholz, dem Abteilungsvorsitzenden des Köpenicker SC, die Kündigung mitgeteilt wurde, reagierte er erst einmal überrascht. „Ich war sprachlos“, sagt er rückblickend. Scholz gab intern noch zu verstehen, dass das letzte Wort nicht gesprochen sei. „Die Tür ist zwar zu, aber man kann ja noch mal anklopfen“, soll Scholz, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, gesagt haben. An die Tür geklopft hat dann aber niemand mehr. Karsten Doneck

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