Volleyball : Nach dem Ziel ist vor dem Ziel

Nach dem Play-off-Aus gegen Friedrichshafen ziehen die SCC-Volleyballer Saisonbilanz. Der Blick richtet sich aber auch bereits nach vorn. Die Vorgabe: ein Endspiel und danach Champions League.

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Berlin - Auch vier Tage danach ist Kaweh Niroomand noch ganz elektrisiert. „Unser Play-off-Heimspiel gegen Friedrichshafen war mein Saisonhighlight“, schwärmt der Manager des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg. „Dort war so eine emotionale Stimmung, dass die Leute noch zwei Stunden nach dem Spiel gezittert haben.“ Doch weder am Sonntag in der Schmeling-Halle noch in den anderen zwei Spielen gegen den Serienmeister vom Bodensee reichte es zu einem Sieg, 0:3 schied man im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft aus.

„Sportlich können wir mit der Saison sehr zufrieden sein“, zieht Niroomand nach dem Play-off-Aus dennoch ein positives Fazit. Die vorgebenen Ziele wurden schließlich erreicht: das Halbfinale in den Bundesliga-Play-offs, dazu der dritte Platz im europäischen Challenge Cup. Mit etwa 2500 Zuschauern im Schnitt war man zudem erstmals Ligaspitze.

Einzig das frühe Pokal-Aus in Düren und der Fehlstart in der Bundesliga trüben etwas die Bilanz. „Da haben wir den Preis dafür bezahlt, dass wir mit sechs neuen Spielern in die Saison gegangen sind“, sagt Niroomand. Die anfängliche Schwächephase führte trotz Aufholjagd im Saisonverlauf am Ende zum vierten Platz und damit zum Halbfinalgegner Friedrichshafen.

„Wir haben einige Spiele verloren, die wir nicht hätten verlieren müssen“, ärgert sich Trainer Andrej Urnaut, der auch die Verletzung von Aleksandar Spirovski als Grund für den Fehlstart anführt. Doch dafür hätten sich junge Spieler wie Ricardo Galandi, Sebastian Fuchs und Janis Smedins besser entwickelt, als zu Saisonbeginn vermutet. „Darauf lässt sich aufbauen“, sagt Urnaut.

Damit richtet sich der Blick beim SCC bereits nach vorne, auf die nächste Saison. „Unser Anspruch muss es sein, höhere Ziele zu setzen“, sagt Urnaut, und fordert: „Dafür brauchen wir Verstärkungen.“ Sein Manager hört das gern, ist er doch der gleichen Meinung. „Wir wollen uns auf ein bis zwei Positionen verstärken und sind in Gesprächen mit Spielern für die Mittelblock- und Außenposition“, sagt Niroomand. Auch bei den hohen Zielen stimmt er mit dem Trainer überein: „Im nächsten Jahr wollen wir ein Endspiel erreichen, in zwei Jahren Champions League spielen“, formuliert der 57-jährige Deutsch-Iraner die Vorgaben. Sollten die ehrgeizigen Ziele erreicht werden, dann kann sich Niroomand auf viele weitere Gänsehautspiele in der Schmeling-Halle freuen.

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