Volleyball : Netzhoppers erhalten Hilfe

Der Männer-Erstligist Netzhoppers Königs Wusterhausen ist in eine Finanzkrise geraten. Dem derzeitigen Bundesligadritten drohte wegen einer Unterdeckung im Saisonetat in Höhe von 200 000 Euro sogar die Insolvenz. Doch jetzt ist Rettung in Sicht, Sponsoren wollen dem Team helfen, damit es über die Saison kommen kann.

Anke Myrrhe

Die internationale Finanzkrise hat Königs Wusterhausen erreicht. So zumindest begründet Michael Kahl einen Teil der Probleme seines Volleyballvereins. Sponsoren, die ihre Unterstützung fest zugesagt hatten, hätten diese nun wieder zurück gezogen, sagt der Geschäftsführer der Netzhoppers Königs Wusterhausen. Am Dienstag hatte sich Kahl hilferufend an die Medien gewendet: dem sportlich überraschend erfolgreichen Tabellendritten drohe die Insolvenz, die laufende Saison in der Bundesliga könne womöglich nicht zu Ende gespielt werden. 200 000 Euro fehlen im Etat der Netzhoppers, der mit rund 350 000 Euro jährlich ohnehin unter dem Ligadurchschnitt liegt – zum Vergleich: Der SC Charlottenburg kann auf circa 850 000 Euro zurückgreifen.

Der Hilferuf des Geschäftsführers scheint vorerst das Schlimmste verhindert zu haben. „Es kamen Angebote von neuen und alten Sponsoren“, berichtete Kahl. Dazu zähle auch die Bereitstellung von Materialien zur medizinischen Versorgung und die kostenlose Verpflegung der Mannschaft. Außerdem kündigte sich aus der Politik breite Unterstützung an: Mit Ministerpräsident Matthias Platzeck und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns gebe es einen direkten Austausch, sagte Kahl.

Auch Peter Danckert, Vorsitzender des Sportausschusses im Bundestag und zugleich Ehrenmitglied der Netzhoppers Königs Wusterhausen, habe angekündigt, sich für den Verein einsetzen zu wollen. Die akute Geldnot, sei damit zumindest „etwas weniger akut“ geworden, sagte Kahl. Er ist „vorsichtig optimistisch“, bis zum Ende der Woche die Hälfte des fehlenden Geldes zusammen zu bekommen, so dass zumindest die laufende Saison nicht in Gefahr ist.

Dass der Verein sich nun in dieser schwierigen Lage befindet, hat laut Kahl vor allem mit dem Standort Brandenburg zu tun: „Wir haben es nach dem Aufstieg 2006 nicht geschafft, genügend regionale Sponsoren zu gewinnen, um das Geld, das für einen Bundesligaverein nötig wäre, kontinuierlich zusammen zu bekommen.“


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