Volleyball : Party beim Klassiker

Der Meister aus Friedrichshafen spielt in Berlin und ist froh, dass die BR Volleys ihren Sport zelebrieren. Nach dem Sieg der Berliner gegen den Tabellenführer aus Haching erwartet die Gäste ein heißer Tanz in der Schmeling-Halle.

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Der Mann für die Big Points. Diagonalangreifer Oliver Venno gehört beim Deutschen Meister VfB Friedrichshafen zu den wichtigsten Spielern. Foto: Guenter Kram
Der Mann für die Big Points. Diagonalangreifer Oliver Venno gehört beim Deutschen Meister VfB Friedrichshafen zu den wichtigsten...Foto: Guenter Kram

Die Technik, die ist so eine Sache. Weiß man denn, ob sie funktioniert? Matthias Klee weiß es nicht, deshalb bleibt er lieber zurückhaltend. „Es wird eine Überraschung geben“, sagt Klee, mehr nicht. Nur noch eins: Ein Live-Sänger wird ausnahmsweise nicht übers Feld tigern, kein Joe-Cocker-Double also, auch kein anderer, der Hits nachsingt. Diesmal flimmert die Musik-Show vor dem Anpfiff nur über die Videowand. Mehr Details lässt Klee, bei den BR Volleys fürs Marketing zuständig, erstmal nicht raus.

Aber Show muss natürlich sein, Show ist immer bei den Spielen des Volleyball-Bundesligisten. Und gegen Friedrichshafen wird die Party noch ein bisschen heftiger ausfallen als sonst. In der Schmeling-Halle treffen der Serienmeister und die BR Volleys aufeinander, Friedrichshafen – Berlin, ein Klassiker der Bundesliga. In der vergangenen Saison strömten 8045 Zuschauer in die Halle, so viele Zuschauer hatte es noch nie bei einem Bundesliga-Duell gegeben.

Volleyball wird in Berlin zelebriert, der Sport soll bundesweit aus seiner medialen Nische rücken, das ist die Strategie. „Was Berlin aufzieht, ist genau das, was Volleyball in Deutschland braucht“, sagt VfB-Trainer Stelian Moculescu. „Die Berliner machen das sehr gut“, sagt auch Friedrichshafens Manager Stefan Mau. „Die Stimmung ist begeisternd.“

Das Projekt Volleys kann die ganze Sportart in Deutschland voranbringen, deshalb unterstützen Mau und Moculescu diese Show. Sicher, sie bringt Maus Verein erstmal keinen einzigen Geldgeber mehr. Der VfB hat „regionale Sponsoren“ (Mau), denen ist Halligalli in der Schmeling-Halle egal. Aber die Liga insgesamt, die könnte profitieren. Party-Stimmung mit spannenden Spielen und Erfolgen, diese Kombination kann mehr Fans anziehen und damit Medien; Sponsoren könnten aufmerksam werden und vielleicht irgendwann mal auch ARD und ZDF. Die Aufmerksamkeit großer TV-Anstalten ist das eigentliche strategische Ziel von Mau und Volleys-Manager Kaweh Niroomand. „Neue Sponsoren gewinne ich nur, wenn ich TV-Zeiten in großen Sendern anbieten kann“, sagt Mau.

Nur winken solche Sender bislang mit dem Dauerargument „schlechte Quote“ ab. Aber dafür, schimpft Mau, „darf ich mir inzwischen sogar noch Skeleton im Fernsehen anschauen“. Quote, wenn er das schon hört, der VfB-Manager. „Ich kann mir vorstellen, dass ein Finalspiel um die deutsche Meisterschaft drei bis vier Millionen Zuschauer sehen wollen.“

Wenn beim Spiel zwischen dem VfB Friedrichshafen und den BR Volleys wieder mehr als 8000 Zuschauer kommen, ist das erst mal auch schon ein Erfolg. Ein weiterer Schritt auf dem langen strategischen Weg. Und weil die Berliner gerade auswärts Tabellenführer Haching 3:0 besiegt haben, wird es wohl auch ein hochspannendes Duell. „Wir haben keine Angst vor Berlin“, sagt Moculescu, „aber viel Respekt. Ich denke wir müssen uns dort warm anziehen.“ Für den Erfolgscoach ist „Berlin eines der besten Teams in Deutschland und Anwärter auf die deutsche Meisterschaft.“ Das ist selbstverständlich auch eine taktische Aussage, er redet den Gegner besonders stark. Aber so ein Satz bringt zusätzlich Aufmerksamkeit. Und damit spricht Moculescu quasi im Namen aller Klubs. Etwas Aufmerksamkeit, mehr wollen sie derzeit gar nicht.

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