Sport : Volleyball: SCC beweist starke Nerven

Karsten Doneck

Berlin - Finanziell ist der Challenge-Cup für die Volleyballer des SC Charlottenburg ein Zuschussgeschäft. 20 000 bis 25 000 Euro hat der Klub im Etat für diesen europäischen Wettbewerb veranschlagt – wohlgemerkt „für zwei Runden“, wie Manager Kaweh Niroomand verrät. Gut möglich, dass der SCC die volle Summe auch aufbringen muss. Der erste Auftritt der Charlottenburger im Challenge-Cup war vielversprechend. Beim 3:1-Heimsieg über Hollands Vertreter Orion Doetinchem wies der SCC zumindest ansatzweise nach, welch großes Potenzial in seiner Mannschaft für die Saison 2007/08 schlummert.

„Eine super Teamleistung“ sei das gewesen, lobte SCC-Trainer Michael Warm, „jeder bei uns hatte mal sensationelle Aktionen.“ Vor allem kritische Spielstände treiben die SCC-Spieler nicht mehr wie früher an den Rand der Selbstaufgabe, sie begreifen solche Situationen mittlerweile eher als Herausforderung. Wie ruhig und abgeklärt sich Aleksandar Spirovski im dritten Satz bei einem im Volleyball üblicherweise hoffnungslosen 19:24-Rückstand zum Aufschlag hinstellte, dann drei Asse servierte und zudem einen Feldpunkt platzierte, das war eine Kaltschnäuzigkeit, die auf den Rest des Teams abfärbte. Bei 25:24 hatte der SCC seinerseits Matchball. Dass Doetinchem den Satz am Ende doch noch 29:27 gewann, trübte die Begeisterung der 1550 Zuschauer in der Sömmeringhalle allenfalls für Sekunden.

„Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg“, stellte Niroomand nachher fest. Das Rückspiel am kommenden Sonnabend in Doetinchem wird dennoch kein Selbstgänger. Dafür sorgt schon das merkwürdige Reglement. Wenn Doetinchem gewinnt, egal mit welchem Satzverhältnis, wird an das Spiel ein Entscheidungssatz bis 15 Punkte angehängt. Da wäre dann wieder die Nervenstärke des SCC gefragt. Karsten Doneck

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