Sport : Volleyball: "... und jetzt ist Brasilien dran"

Italien besiegt, Viertelfinale erreicht, Medaille im Visier: Die deutschen Volleyballerinnen bleiben in Sydney auf Erfolgskurs und wollen am Dienstag mit einem Sieg gegen Brasilien 20 Jahre nach dem zweiten Platz der DDR bei den Boykottspielen in Moskau wieder ins olympische Halbfinale. "Wir sind hier, um zu gewinnen. Jetzt ist Brasilien dran", versprach die überragende Hanka Pachale nach dem 3:1 (25:22, 13:25, 25:21, 25:21) gegen Italien.

Bundestrainer Hee Wan Lee hat mit dem Einzug ins Viertelfinale den vorläufigen Höhepunkt seiner Arbeit erreicht. Im Vorjahr übernahm der Südkoreaner eine desolate Truppe, die bei der EM 1997 und der WM 1998 jeweils in der Vorrunde gescheitert war. Unter Lee wurde die Mannschaft EM-Vierter, schaltete in der Olympia-Qualifikation Vize-Europameister Kroatien und nun in Sydney den EM-Dritten Italien aus. "Das ist ein großer Tag", sagte Lee. "Ich bin froh und stolz, diese Mannschaft trainieren zu können."

Den Vergleich zu Atlanta 1996, als die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) ebenfalls ins Viertelfinale einzog, am Ende aber nur den achten Platz belegte, lässt der damalige Assistenz-Trainer Lee nicht gelten: "Damals hatten wir Peru und Kanada als leichte Vorrundengegner. Diesmal haben wir uns in einer Hammer-Gruppe durchgesetzt."

Gegen die seit Jahren eingespielten Italienerinnen leisteten sich die Deutschen nur im zweiten Satz einen Einbruch. "Wir waren kurz aus der Spur geraten", sagte Spielführerin Susanne Lahme. "Aber der Siegeswille war da. Wir haben aggressiver gespielt und hatten unsere Nerven besser im Griff." Vor allem Hanka Pachale prügelte die Angriffsbälle mit Urgewalt ins italienische Feld. "Wir haben kein Rezept gegen sie gefunden", sagte Italiens Trainer Angiolino Frigoni.

Am Dienstag, wenn es gegen den Weltranglisten-Dritten Brasilien (Erster der A-Gruppe nach 3:1 gegen USA) um den Einzug ins Halbfinale geht, hofft Lee auch wieder auf seine beste Blockerin Christine Schultz. Die Schwerinerin hatte sich zwar gegen Italien immer wieder warm gemacht, konnte aber wegen einer Knieverletzung nicht eingesetzt werden.

Zwar hätten die deutschen Spielerinnen im Halbfinale lieber die USA als Gegner gehabt, doch bange ist ihnen auch vor Brasilien nicht. "Vor dem Turnier hätte ich gesagt, wir haben null Chance", meinte Lee: "Jetzt kann ich für nichts mehr garantieren." Seine Siegerinnen belohnte er mit einem freien Nachmittag.

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