Sport : Volleyball vor dem eigenen Tor

Darius Kampa wäre am liebsten im Erdboden versunken. Was er da angestellt hatte, ließ zwar die Mehrzahl der 35 033 Zuschauer in der Hamburger AOL-Arena jubeln, geriet aber für Kampa zu einer der peinlichen Nummern, die Torhüter so im Bundesliga-Alltag passieren. Der 25-Jährige steht beim 1. FC Nürnberg zwischen den Pfosten, und als wenn der "Club" nun nicht schon genug Sorgen um den Klassenerhalt hätte, machte der Schlussmann den Seinen noch mehr Kummer, als er eine harmlose Flanke von Roy Präger, vielleicht war es auch ein missratener Schuss, reichlich ungeschickt, fast im Stile eines Volleyballers, ins eigene Netz pritschte. Der Hamburger SV führte 1:0, gewann am Ende glücklich mit 3:1), und Nürnbergs Trainer Klaus Augenthaler stand die Ratlosigkeit im Gesicht geschrieben. "Wir waren besser. Aber uns fehlt die Cleverness", urteilte er. "Wir machen uns ja auch die Tore noch selbst rein."

Zum Thema Bundesliga aktuell: Ergebnisse und Tabellen
Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Kampas Kollege, der HSV-Torwart Martin Pieckenhagen, beschönigte nichts. "Wir hatten Glück. Nach der 2:0-Führung ging bei uns die Ordnung verloren", gab er zu. Nach Kampas Eigentor erhöhte Fukal für die Gastgeber zwar auf 2:0, doch postwendend schaffte Krzynowek das 1:2. Die Nürnberger dominierten fortan gegen eine äußerst wacklige Hamburger Abwehr. Die größte Möglichkeit zum Ausgleich vergab Cacau, als er allein vor dem Tor zunächst an Pieckenhagen und im Nachschuss am Pfosten scheiterte (59.).

Erst kurz vor Schluss konnte Roda Antar mit dem Tor zum 3:1 den HSV-Zittersieg perfekt machen. "Abhaken und die drei Punkte mitnehmen", meinte Hamburgs Trainer Kurt Jara. Und der Österreicher stellte voller Erleichterung fest: "Wir haben uns aus dem Abstiegskampf verabschiedet." Nach dem Wie fragt ja bald keiner mehr.

0 Kommentare

Neuester Kommentar