Volleyball : Zwei Klatschen in Berlin

Für die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Männer geriet das Weltliga-Wochenende in Berlin zum Fiasko.

Für die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Männer geriet das Weltliga-Wochenende in Berlin zum Fiasko. Stark ersatzgeschwächt verlor die Auswahl nach desolater Leistung gegen Argentinien zweimal glatt mit 0:3. Bestand in der ersten Partie bei knappen Ergebnissen von 24:26, 23:25 und 20:25 immerhin eine reelle Chance auf zumindest einen Satzgewinn, so boten die Gastgeber 22 Stunden später vor nur 1200 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle eine trostlose Vorstellung.

„So macht das keinen Spaß“, befand Bundestrainer Vital Heynen. Der Belgier hatte allerdings schon im Vorfeld die Erwartungen gedämpft: „Die Weltliga dient uns in diesem Jahr in erster Linie dazu, junge Spieler weiterzuentwickeln, sie Schritt für Schritt besser zu machen, sie an internationale Aufgaben heranzuführen.“ Mit nur vier Siegen aus zehn Spielen belegt das deutsche Team in seiner Gruppe abgeschlagen hinter Frankreich und Argentinien den dritten Platz. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich für die Zwischenrunde in Sydney.

Rund zehn Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Polen steckt die Mannschaft notgedrungen mitten in der Experimentierphase. In Berlin war vor allem Heynens Talent zur Improvisation gefragt. Seine Personalsorgen dokumentierte am besten Sebastian Kühner: Der Zuspieler von Meister Berlin Volleys wurde gegen Argentinien in völlig ungewohnter Rolle als Außenangreifer eingesetzt.

„Das war unseren Verletzungssorgen geschuldet. Jeder von uns musste bereit sein, auf allen möglichen Positionen zu spielen“, sagte Kühner. Mit Denis Kaliberda (Bauchmuskelzerrung), Christian Fromm (Rücken), Marcus Böhme (Schulter) und Simon Hirsch (Knie) fielen gleich vier Spieler aus dem 14-köpfigen Kader kurzfristig verletzt aus. Leistungsträger wie Georg Grozer, Jochen Schöps und Simon Tischer befinden sich in der Regeneration.

„Wenn die Rollen unserer wichtigsten Spieler nur mit jungen Leuten besetzt sind, dann passieren solche Niederlagen“, sagte Heynen. Angreifer Dirk Westphal tröstete sich damit: „Wir haben gekämpft, jeder hat alles gegeben.“ Freilich nahm die bisher positive Bilanz der Deutschen gegen die Argentinier Schaden. Zuvor hatte die DVV-Auswahl von 21 Spielen 19 gewonnen. In den diesjährigen Hin- und Rückspielen der Weltliga gelangen den Südamerikanern nun drei Siege gegen die Deutschen bei nur einer Niederlage.

Die DVV-Auswahl bestreitet am kommenden Wochenende auch ihre bedeutungslos gewordenen letzten Gruppenspiele gegen Gastgeber Japan in Koshigaya mit Personalproblemen. „Lukas Kampa und Marcus Böhme bleiben zu Hause“, sagte Heynen. „Jeder Nationalspieler bekommt drei Wochen zur Regeneration. Das brauchen sie auch.“ Den letzten Schliff für die WM soll die Mannschaft vom 21. Juli an in der Sportschule Kienbaum bekommen. Ungeachtet aller derzeitigen Widrigkeiten bleibt Heynen Optimist: „Unser Ziel bei der WM ist eine Medaille.“ (dpa)

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