Sport : Volleys treffen auf Kasan

Berlin - Das große Zittern begann direkt nach dem letzten Ballwechsel. Zuvor hatten die Berlin Volleys ihr abschließendes Gruppenspiel in der Champions League leichtfertig hergegeben und gegen Jihostroj Ceske Budejovice mit 1:3 (25:21, 17:25, 23:25, 23:25) verloren. Nun kam es auf die übrigen Begegnungen an diesem letzten Spieltag an. Der hervorragende zweite Platz in der Gruppe B hinter dem russischen Spitzenteam Lokomotiv Nowosibirsk sollte nicht automatisch auch die Eintrittskarte zum Achtelfinale bedeuten. Im Vergleich zu den weiteren sechs Zweitplatzierten mussten die Berliner hierfür mindestens der Fünftbeste sein. Und das sind sie. Am späten Mittwochabend war schließlich klar, dass die Volleys als einziges deutsches Team in der Champions League überwintern.

„Darauf bin ich sehr stolz“, sagte Mark Lebedew. Auch die zweite Niederlage in der Gruppenphase konnte den Gesamteindruck des Volleys-Trainer nicht trüben: „Es war für uns bisher eine tolle Champions-League-Serie.“ Gegen den tschechischen Vertreter Ceske Budejovice agierten die Berliner über weite Strecke enttäuschend. Nach gewonnenem ersten Satz zerfiel die Mannschaft im zweiten beim Stand von 10:12 in ihre Einzelteile. Vor allem Gegenspieler Andy Rojas Guevara drehte nun auf. Insgesamt kam der venezolanische Außenangreifer auf 22 Punkte und brachte die Berliner bisweilen kurz vor die Verzweiflung. Im dritten Durchgang kam es beim Stand von 12:15 für die Volleys zu einer Szenenfolge, die symptomatisch war für den glücklosen Auftritt der Gäste. Zuerst schlug Diagonalangreifer Paul Carroll ein Ass und brachte seine Mannschaft wieder auf Tuchfühlung, dann setzte er den nächsten Aufschlag ins Seitenaus. Es lief einfach nicht. Nur ein solider Carroll und ein guter Felix Fischer reichen in der Champions League eben nicht aus.

Für Lebedew gelten die Volleys international weiterhin als Außenseiter, zumal ihnen am Donnerstag mit dem Russischen Meister und Champions-League-Titelverteidiger Zenit Kasan ein schwerer Achtelfinalgegner zugelost wurde. „Wir sind immer optimistisch“, sagte der Australier am Donnerstag auf der Rückfahrt nach Berlin: „Aber wir können nichts versprechen.“Tsp/dpa

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