Volleys vor dem Halbfinale : Der Gegner sucht einen neuen Trainer

Unruhe beim Berliner Gegner: Düren verlängert den Vertrag mit Trainer Michael Mücke nicht und sucht einen jüngeren Nachfolger. Keine gute Ausgangsposition für den Volleyball-Bundesligisten vor dem ersten Halbfinalspiel am Donnerstag bei den BR Volleys.

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Er hat bald ausgedient. Dürens Trainer Michael Mücke.
Er hat bald ausgedient. Dürens Trainer Michael Mücke.Foto: Imago

Die Meldung ließ aufhorchen, doch bei näherer Informationssuche stellte sich heraus, dass sie dem Datum geschuldet war. Jaromir Zachrich, Kapitän des Volleyball-Bundesligisten aus Düren, werde seine Karriere aufgrund von langwierigen Verletzungsproblemen beenden und Sportdirektor im Verein werden. Ein Aprilscherz, natürlich.

Düren wird das erste Halbfinale um die deutsche Meisterschaft heute beim Titelverteidiger BR Volleys (Beginn 19.30 Uhr, Schmeling-Halle) mit seinem Leistungsträger bestreiten. Doch auch wenn sich die Neuigkeit um Zachrich als Ente erwies, gab es beim Klub aus dem Rheinland zuletzt eine Meldung, die reichlich Zündstoff bot: Trainer Michael Mücke wird den Verein am Ende dieser Saison verlassen, und das nicht ganz freiwillig.

Der 62-jährige Mücke, der einst aus der DDR geflohen und dann in Hamburg in die westdeutsche Trainerszene eingestiegen war, gehört in der Bundesliga zu den Urgesteinen. Nur sein Friedrichshafener Kollege Stelian Moculescu sitzt noch länger auf der Bank. Gerne hätte er in Düren seine letzte Trainerstation bis zum Eintritt ins Rentenalter gestaltet, doch sein Arbeitgeber teilte nun mit, den zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Dies sei „keine Entscheidung gegen unseren aktuellen Trainer“, sagte Geschäftsführer Rüdiger Hein: „Aber wir haben uns entschieden, einen anderen Weg zu gehen.“ Das dürfte bedeuteten, dass die Dürener nun also einen deutlich jüngeren Coach suchen, der mit den modernsten Erkenntnissen der Trainingsmethodik vertraut ist.

Seit Michael Mücke die Mannschaft im Sommer 2012 übernahm, ging es für den Klub stetig bergauf. In dieser Saison beendete Düren die Hauptrunde auf Rang drei. Die Anzahl der Siege hat sich im Vergleich zu 2012 verdoppelt, das Ergebnis ist das Beste seit 2010. Alles Zahlen, die eigentlich für den Routinier sprechen sollten. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Mücke: „Wenn ich nicht ins Konzept passe, muss ich damit leben.“ Keine idealen Voraussetzungen also, dem haushohen Favoriten aus Berlin zu begegnen. Zumal es in der Punkterunde zwei 0:3-Pleiten setzte.

Mücke sieht „Berlin ganz klar im Vorteil“. Kollege Mark Lebedew hält dagegen. Der Volleys-Coach sieht es als Vorteil für Düren, „dass das Team knapp zwei Wochen Pause hatte“. Zwei Wochen, in denen die Volleys Platz drei in der Champions League erkämpften.

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