Sport : Vom anderen Planeten Moses schwimmt Weltrekord, van Almsick verpasst Finale

Frank Bachner

Der Mann, der erschöpft im Pool auf der Trennleine saß, hatte weder vier Ohren noch eine grüne Hautfarbe. Manfred Thiesmann kam es dennoch so vor, als käme dieser Mann „fast von einem anderen Planeten“. Doch Ed Moses kommt aus den USA. Das mit dem andren Planeten hatte Thiesmann, der deutsche Schwimm-Bundestrainer, schon vor zwei Jahre beim Weltcup in Berlin gesagt. Da war Moses mit 2:03,17 Minuten „Fabelweltrekord“ (Thiesmann) über 200 m Brust geschwommen. Gestern nun legte er noch zu: 2:02,92 Minuten beim Kurzbahn-Weltcup in der Schwimmhalle an der Landsberger Allee.

Dass sich ansonsten die Zahl der absoluten Weltklassezeiten in Grenzen hielt, überrascht nicht sonderlich. „Die Athleten sind schon bei den Olympischen Spielen“, sagt der deutsche Cheftrainer Ralf Beckmann. Moses freilich zählt zu den Athleten, die sich speziell auf Berlin vorbereitet haben.

Thomas Rupprath, Weltmeister 2003 über 50 m Rücken, hatte sich dagegen nicht speziell auf Berlin vorbereitet. Trotzdem gewann er über 100 m Rücken in 51,47 Sekunden. Das ist zwar fast eine Sekunde über seinem Weltrekord (50,58), aber nach einer Trainingspause wegen einer Krankheit eine gute Zeit. „Der Thomas hat gezeigt, dass er ein Kämpfer ist“, sagte Beckmann.

Zufrieden registrierte er auch, dass sich Stephan Kunzelmann über 100 m Freistil immer stärker nach vorn kämpft. Der 25-Jährige verbesserte im Vorlauf mit 47,82 Sekunden den deutschen Rekord von Torsten Spanneberg um eine Zehntelsekunde. Im Finale dann belegte er mit 47,98 Sekunden den vierten Platz.

Auf diesem Rang beendete auch Sandra Völker das Rennen über 50 m Freistil. Die Kurzbahn-Weltmeisterin erreichte zwar nur 24,68 Sekunden, war aber damit zufrieden. Das spannende Rennen gewann die Weltrekordlerin Therese Alshammar aus Schweden in 24,43 Sekunden.

Franziska van Almsick hatte schon am Vormittag Feierabend. Die Berlinerin verfehlte über 100 m Schmetterling als Vorlaufs-Elfte das Finale. Für sie ist diese Schmetterling-Distanz durchaus eine ernst zu nehmende Strecke, aber sie kam mehr oder weniger aus dem vollen Training. „Und nach 75 Metern tat schon alles weh“, sagte van Almsick nach dem Rennen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben