Sport : Vom Flussbad ins Forumbad Wenn Wasserfreunde Jubiläum feiern

Markus Hesselmann

Hand mit Ball, Kopf mit Badekappe – beim Wasserball abwechslungsreiche Fotos zu machen, ist nicht leicht. Die Motivwahl ist eingeengt, weil sich allzu vieles bei diesem Mannschaftssport im Verborgenen abspielt. Entsprechend wenige Wasserball-Bilder sind in den Zeitungen zu sehen. Oder liegt es daran, dass die Nachrichtenlage in diesem Sport so eintönig ist? Meister werden am Ende die Wasserfreunde Spandau 04 – genau 25-mal seit 1979. Dann kommt jeweils ein wiederkehrendes Motiv hinzu: Der nasse Trainer, der zur Feier des Tages in voller Montur von seinen erneut siegreichen Spielern ins Wasser geworfen wurde. Mit den Voraussetzungen erscheint es gewagt, zum 100. Vereinsjubiläum einen Bildband herauszugeben. Doch den Wasserfreunden, die immer schon mehr waren als ein Wasserballverein, ist eine wunderschöne Festschrift gelungen. „Aus der Havel in die Welt“ ist eine Sozialgeschichte des Schwimmsports, die gerade durch ihre Illustrationen überzeugt: Das Havel-Flussbad, in dem zur Jahrhundertwende alles begann; das erste Spandauer Hallenbad 1911; das Langstreckenschwimmen quer durch Berlin Anfang der Dreißigerjahre oder das historische Forumbad auf dem Olympiagelände, wo die langwierige Suche nach einem Vereinsgelände vorläufig endete.

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