Sport : Vom Schatten abgehängt

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Turin - Unmittelbar nach Verena Benteles Sieg im Biathlon holte der querschnittsgelähmte Martin Braxenthaler in der sitzenden Klasse im Superski die zweite Goldmedaille am Dienstag für Deutschland. Der contergangeschädigte Biathlet Josef Giesen verpasste einen Sieg nur um eine Sekunde und holte am vierten Wettkampftag der Winterparalympics Silber. Beinahe hätte es noch das dritte Gold für die Deutschen gegeben, aber Gerd Gradwohl verlor seine Medaille im Super G nach einem Protest. Der schwer Sehgeschädigte aus Mainz-Lerchenberg hatte das Rennen gewonnen, doch der zuvor zweitplatzierte Italiener Gianmaria dal Maistro sowie die Slowaken und Kanadier hatten unmittelbar nach dem Lauf in Sestriere Einspruch eingelegt. Gradwohls Begleitläufer Karl-Heinz Vachenauer war zu weit vorneweg gefahren, und das ist laut Regel verboten.

Eigentlich ist dieser Verstoß für den fast erblindeten Gradwohl, der seinen Begleitfahrer nur als Schatten wahrnimmt, eher ein Nachteil, weil er die Orientierung zusätzlich erschwert. Ein deutscher Gegenprotest wurde dennoch abgelehnt und Gradwohl disqualifiziert. „Ich bin sehr, sehr enttäuscht“, sagte der 46-Jährige, der am Sonntag bereits Gold in der Abfahrt gewonnen hatte. „Der Fehler hatte keinen Einfluss mehr, da mein Vorsprung groß genug war. Ich akzeptiere die Regel, gehe nun aber umso motivierter in die nächsten Rennen.“ Gold erhielt der Italiener dal Maistro, Silber ging an Radomir Dudas aus der Slowakei vor Chris Williamson aus Kanada. Das deutsche Team hat bislang fünfmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze geholt. dpa

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