Sport : Vom Schock erholt

SCC-Volleyballer haben Schwächephase überwunden

Karsten Doneck

Berlin - Irgendwann ging gar nichts mehr. Michael Warm, der Trainer des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg, entschied sich deshalb schweren Herzens, die angesetzten Übungsstunden mit der Mannschaft zwischendurch mal für zwei Tage abzusagen. „Ich hätte beim Training ja sowieso keine Leute mehr gehabt“, begründete Warm derlei Großzügigkeit. Die Spieler des SCC hatte eine Grippewelle erfasst, bis zu sieben Akteure aus der Zwölfer-Kader lagen mit Schnupfen, Husten und Fieber im Bett. Dass der SCC mit einer ganzen Reihe nur „Halbgesunder“ dann das Spitzenspiel beim Moerser SC mit 0:3 verlor, war letztlich nicht verwunderlich.

Michael Warm fand die Niederlage, wie er selbst sagt, „schmerzlich“, weist aber in diesem Zusammenhang auch auf einen positiven Aspekt hin: „Wir haben jetzt gegen unsere direkten Konkurrenten im Kampf um Platz zwei, gegen Moers und Düren, auswärts jeweils 0:3 verloren, dafür aber mehr Konstanz bewiesen in den anderen Spielen als diese beiden Mannschaften.“ Diese These untermauert auch die Tabellensituation: Nach wie vor ist der SCC hinter dem souveränen Spitzenreiter VfB Friedrichshafen Zweiter. Und vom Schock der Pleite in Moers erholten sich die Charlottenburger auch schnell wieder: Nur drei Tage später, am Samstagabend, gab es beim VC Leipzig schon wieder einen 3:0-Sieg. Am Mittwoch (19 Uhr, Sömmeringhalle) empfangen die Charlottenburger im Achtelfinale des Challenge-Cups mit AZS Olsztyn aus Polen eine der stärksten europäischen Vereinsmannschaften.

Nur gut, dass es da beim SCC mittlerweile wieder einen geregelten Trainingsbetrieb gibt. Auch der von einem Mittelfußbruch genesene Marcus Böhme findet allmählich Anschluss. Der Mittelblocker war die Reha sehr ehrgeizig angegangen, täglich bis zu vier Stunden arbeitete er an seiner Rekonvaleszenz. Vor einer Woche kehrte er ins Mannschaftstraining zurück, stand gegen Moers bereits wieder auf dem Feld und war auch gegen Leipzig gleich wieder dabei. „In Moers war er gut, aber noch nicht so stark wie vor seiner Verletzung. Und in Leipzig sah man deutlich: Er ist jetzt müde“, urteilt Warm über das Comeback von Böhme. Doch Schonung wird dem 22-Jährigen nicht gegönnt. Gegen Olsztyn muss Böhme wieder ran. „Da muss er jetzt durch“, verlangt Warm. Karsten Doneck

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