Sport : Vom Übervater Emil Beck erfolgreich befreit - im Medaillenspiegel auf Platz zwei

Deutschlands Florettfechterinnen haben zum fünften Mal die Mannschafts-Weltmeisterschaft gewonnen. Monika Weber (Bonn), Sabine Bau, Rita König und Simone Bauer (alle Tauberbischofsheim) siegten am Montag im letzten Wettbewerb der Weltmeisterschaften im Finale gegen Polen mit 44:40. Damit gab es wieder Gold für das Florett-Team, wie vor elf Jahren an gleicher Stätte. Für den Deutschen Fechter-Bund war es die sechste Medaille dieser Titelkämpfe. Mit je zwei Mal Gold, Silber und Bronze belegten er in der Länderwertung gemeinsam mit Italien den zweiten Platz hinter Frankreich (5-1-2). Vor einem Jahr in La Chaux-de-Fonds hatte es nur zwei Medaillen für die Deutschen gegeben.

"Wir können sehr stolz sein, dass wir wieder zum Kreis der ganz Großen gehören. Für mich war wichtig, dass Fechten endlich mal wieder positive Schlagzeilen gemacht hat", meinte Teamchef Matthias Behr. "Wir waren zuletzt in Deutschland bei den Fachverbänden in die zweite Reihe abgerutscht. Diese Entwicklung haben wir gestoppt."

Ironischerweise dürfte das Resultat von 1999 die Ära des Mannes, der für den Triumph von 1988 verantwortlich war, beendet haben. Denn eine Rückkehr von Emil Beck, der sein Amt als Chef-Bundestrainer offiziell ruhen lässt, dürfte kaum wahrscheinlich sein. "Er würde sich keinen Gefallen tun", sagte Behr. Die Abwesenheit des "Übervaters" wirkte auf die meisten Sportler und Trainer befreiend. Behr: "Der Respekt vor Emil Beck war so groß, dass manche nur wegen seiner Nähe Angst hatten und dann lieber gar nichts gemacht haben."

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