Vom VfL zu S04? : Magaths Wechsel: Ein Gerücht erster Klasse

Niemand will Felix Magaths Wechsel dementieren. Schalke freut sich schon und träumt von einer besseren Zukunft mit dem neuen starken Mann - Wolfsburg ärgert sich.

Richard Leipold[Gelsenkirchen],Christian Otto[Wolfsburg]
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Stimmt es? Felix Magath hält sich bedeckt. -Foto: dpa

Aus der Ferne erweckt Felix Magath beim FC Schalke 04 die Phantasien von einer besseren Zukunft wieder zum Leben. Großer Trainer, große Lösung, große Hoffnung: Das sind Schlagworte, die Spieler wie auch Vorgesetzte mit Magath verbinden. Seit ein paar Tagen steht das Gerücht im Raum, der Fußballlehrer, der auch Manager ist, wechsele nach dieser Saison von Wolfsburg zu Schalke. Noch ist nichts bestätigt, aber in Schalke gilt er schon als Hoffnungsträger. Clemens Tönnies, der Aufsichtsrats-Vorsitzende, hat „eine erstklassige Lösung“ angekündigt. Magath wäre eine solche Lösung.

Schalke sucht den Supermanager und den Supertrainer in einer Person – auch weil die Führungsstruktur dieses Klubs nach einem starken Mann ruft. Mangels sportlicher Kompetenz in den Gremien eignet sich Schalke, ähnlich wie Wolfsburg, für Magaths umfassenden Machtanspruch. Falls er wirklich wechselt, dürfte Magath in sportlichen Fragen alle Freiheiten (soweit sie zu finanzieren sind) bekommen, und der Aufsichtsrat sowie die beiden anderen Vorstandsmitglieder wären auf der sicheren Seite. Im Erfolgsfall würden sie zu Magaths Teilhabern, bei Misserfolg könnten sie nicht ohne Weiteres haftbar gemacht werden, weil ja Magath verantwortlich war.

Sogar Mike Büskens, im aktuellen Trainertrio der Primus inter Pares, gibt sich aufgeschlossen. Die jüngsten Spekulationen überraschten ihn nicht, sagt er. Und sie stören ihn offenbar auch nicht. „Ich habe von Anfang an vermutet, dass der Verein eine große Lösung anstrebt. Und so ist es nun.“ Allerdings wird es nicht einfach werden, die Mannschaft voranzubringen. Der Vorstand hat angekündigt, den Gehaltsetat erheblich zurückführen und eine „junge, hungrige Mannschaft“ aufbauen zu wollen, mit einem Gerüst aus arrivierten Kräften wie Jones, Westermann und Höwedes. Der Sparkurs passt auf den ersten Blick nicht so recht zu den Ambitionen Magaths, der Wolfsburg angeblich verlassen will, weil dort eine defensiveres Wirtschaften angestrebt wird.

Aber Magath hat schon einmal gezeigt, dass er auch mit begabten jungen Spielern einen siechenden Traditionsverein nach vorne bringen kann. Dafür steht Kevin Kuranyi. „Ich schätze Magath, er ist einer der besten Trainer, die ich je hatte, sagt der Schalker Stürmer, der beim VfB Stuttgart unter Magath seine Profikarriere begann. Für den Angreifer, dem zuweilen Abwanderungsgedanken unterstellt werden, könnte Schalke an Attraktivität gewinnen, wenn Magath kommt.

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