Von A-Z : Sportarten und Startergruppen

Bei den Paralympics 2008 messen sich Athleten in 20 verschiedenen Sportarten. Dabei werden die Sportler nach dem Grad ihrer Behinderung in Gruppen eingeteilt, diese werden Startergruppen genannt.

Der Zweck der Klassifizierung ist es, die Leistungen untereinander vergleichbar zu machen und für bessere Chancengleichheit unter den Athleten zu sorgen. Das hat zur Folge, dass es bei den Paralympics in der Regel mehr als einen Wettbewerb pro Disziplin gibt. Beim Bogenschießen beispielsweise gibt es drei Starterklassen und damit drei Goldmedaillen, bei den technischen Disziplinen der Leichathletik sogar jeweils mehr als zwei Dutzend. Insgesamt werden 472 Medaillenwettkämpfe ausgetragen. In vielen Sportarten ist man inzwischen dazu übergegangen, die Einteilung nicht mehr nach dem Grad der Behinderung, sondern nach dem Grad der Funktion vorzunehmen. Wichtig ist also beispielsweise nicht, wie viele Extremitäten einem Schwimmer fehlen, sondern wie schnell er auch ohne sie durchs Becken kommt.

Die Einteilung übernehmen Komitees, in denen in der Regel drei oder mehr Funktionäre des International Paralympic Comitees (IPC), Mediziner, Physiotherapeuten oder auch Ex-Sportler sitzen. Das zugrunde liegende Regelwerk umfasst insgesamt mehr als 1000 Seiten. Eingeteilt wird kurz vor den Wettkämpfen. Gelegentlich werden aber auch noch während der Spiele die Gruppen gewechselt.

Manchmal Streit über die Klassifizierung

Zusätzlich zu den Komitees gibt es noch eine Beschwerdestelle. Mitunter kommt es nämlich zum Streit, wenn sich Athleten ungerecht klassifiziert fühlen und dadurch ihre Chancen auf einen Sieg gemindert sehen. „In der ersten Woche ist es deshalb immer meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass meine Leute in der richtigen Klasse sind“, sagt beispielsweise Ralf Otto, Trainer des deutschen Paralympic-Leichtathletik-Teams. „Leute mit identischen Handicaps können nämlich momentan in unterschiedlichen Klassen landen, wenn sie nach dem, was sie gerade zu leisten im Stande sind, eingeteilt werden und nicht nach dem, was sie theoretisch leisten könnten“, kritisiert Otto.

„Auch in meiner Klasse gibt es einige Teilnehmer, die weniger stark behindert sind als ich“, sagt Andrea Eskau, querschnittsgelähmte Weltmeisterin im Handradfahren. „Darüber könnte ich mich natürlich aufregen, muss ich aber auch nicht. Denn gäbe es die anderen nicht, hätte ich vielleicht gar keine Gruppe, in der ich antreten und fahren könnte.“

Die Paralympischen Sommerdisziplinen
Boccia, Bogenschießen, Dressur-Reiten, Fechten, Fußball, Gewichtheben, Goalball, Judo, Leichtathletik, Radsport, Rollstuhl-Basketball, Rollstuhl-Rugby, Rollstuhl-Tennis, Rudern, Schießen, Schwimmen, Segeln, Sitz-Volleyball, Tischtennis.

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