Sport : Von den Bayern lernen

Stefan Hermanns

über Bremens international bescheidene Bilanz E s ist keine besonders originelle Erkenntnis, dass im Fußball vieles relativ ist. Werder Bremen etwa steht in der Bundesliga relativ gut da, ist Dritter, hat von allen Klubs die meisten Tore erzielt und gilt hierzulande als Verfechter des besseren Fußballs, der in den schönsten Momenten Erfolg mit Schönheit zu versöhnen versteht. Rudi Völler, der Trainer von Bayer Leverkusen, hat dem Bremer Ivan Klasnic für dessen Siegtor am vorigen Wochenende sogar das Prädikat „gehobene Weltklasse“ verpasst.

Dieses Lob mag auf Klasnic’ Torschuss vielleicht noch zutreffen, doch, von ein paar Spielern des FC Bayern abgesehen, gibt es in der Bundesliga keine Weltklasse, gehobene schon gar nicht. Werder hat das gerade erst wieder mit einem 1:2 gegen Athen in der Champions League eindrucksvoll bewiesen. Im internationalen Vergleich stehen die Bremer nicht relativ schlecht da – sondern absolut schlecht. Werder hat in diesem Jahr, saisonübergreifend, vier Spiele in der Champions League bestritten und alle vier verloren, bei einer Tordifferenz von 3:14. Es sah einmal so aus, als könnten die Bremer mit ihrem ästhetisch anspruchsvollen Spiel einen Kontrapunkt setzen zu den ewig kontrollierten Bayern. Am Dienstag aber haben die Bayern einen Kontrapunkt zu den ewig wankelmütigen Bremern gesetzt: Sie haben auch ihr zweites Spiel mit einer mäßigen Darbietung 1:0 gewonnen.

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