Sport : Von der Verjünkungskur der maroden Arena bleibt nur das Flutlicht verschont

Gert Glaner

Die Tage des maroden Rostocker Ostseestadions sind endgültig gezählt. 36 Jahre nach seiner Einweihung steht Deutschlands nördlichster Bundesliga-Arena eine Verjüngungskur bevor, wie sie bisher noch kein Fußballstadion im Osten Deutschlands erlebt hat. Bis zum 15. August 2001 soll der maximal 30 000 Zuschauer fassende Neubau für den Bundesliga-Fußball des kommenden Jahrhunderts gerüstet sein. "Nach dem Bau unseres Klubzentrums schaffen wir mit der Sanierung des Stadions eine weitere Voraussetzung, um uns auf Dauer in der deutschen Eliteliga etablieren zu können", sagte Hansas Vereinsvorsitzender Eckhardt Rehberg zur Bedeutung des 55 Millionen Mark teuren Projektes.

Die Rostocker legten in der Planungsphase ein ansehnliches Tempo vor. "Wir sind sehr stolz, dass wir in nur zwei Jahren alle Voraussetzungen für den Baubeginn geschaffen haben. Das gelang in dieser kurzen Zeit noch keinem anderen Verein", meinte Rehberg. Die Finanzierung steht auch dank der Hilfe von Land und Kommune, die nach einigem Zögern jeweils zehn Millionen Mark beisteuern werden. Der Bauantrag ist per 30. November 1999 eingereicht worden. Seit wenigen Tagen ist auch der Generalübernehmervertrag mit der HBM Bau GmbH Essen unter Dach und Fach.

Nun fehlt eigentlich nur noch der erste Spatenstich. "Wenn alles normal läuft, können wir Ende Februar mit den Abrissarbeiten beginnen", schilderte Helmut Hergesell, Geschäftsführer der als Bauherr fungierenden Ostseestadion GmbH, den weiteren Ablauf. In den einzelnen Bauphasen, in denen die Zuschauerkapazität zum Teil bis auf 16 000 reduziert ist, wird kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Lediglich die alten Flutlichtmasten sollen auch für die neue Arena das Licht spenden.

Die Macher von HBM verfügen über einen gehörigen Erfahrungsschatz bei der Realisierung derartiger Projekte vor allem in den Niederlanden und sind derzeit auch an der Arena "Auf Schalke" maßgeblich tätig. Deshalb ist es kein Zufall, dass das neue Ostseestadion der Heimstatt von Vitesse Arnheim ähneln wird. "Wir haben zuvor insbesondere in Holland Stadien inspiziert, die mit Blick auf die bevorstehende Europameisterschaft hergerichtet wurde. So stand für die Dachkonstruktion das Feyenoord-Stadion von Rotterdam Pate. Alle Plätze sind überdacht, also wettergeschützt", so Martin Beyer von dem Projekt-betreuenden Rostocker Architekturbüro.

Die Refinanzierung der Millionen-Investitionen bereitete in der strukturschwachen Region zwar einiges Kopfzerbrechen. Die Grundfeste stehen jedoch längst mit dem Vertrag mit der Deutschen Städtereklame als Basis. Der soll den Rostockern im nächsten Jahrzehnt weit über 50 Millionen Mark in die Kassen bringen. Und damit kann man leben.

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