Sport : Von Gummersbach nach Doha

Der THW Kiel sucht sich seine Gegner im Ausland.

Schon gelangweilt? Die Kieler Handballer von Trainer Gislason sind in Deutschland seit Mai 2011 unbesiegt.Foto: dpa Foto: dpa
Schon gelangweilt? Die Kieler Handballer von Trainer Gislason sind in Deutschland seit Mai 2011 unbesiegt.Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Siegen, packen, fliegen: Der THW Kiel hat seine nationale Dominanz unterstrichen und sucht neue Herausforderungen im Ausland. Nach dem überlegenen 34:25-Sieg beim VfL Gummersbach zum Auftakt der Handball-Bundesliga reiste der deutsche Rekord-Champion am Sonntag zur Club-WM nach Doha. Im Wüstenstaat Katar geht es für den Titelverteidiger beim Golden Globe um Prämien, Prestige und spielerische Verbesserungen. „Hier werden wir nur an der Taktik feilen“, versprach Trainer Alfred Gislason.

National ist der THW Kiel seit dem 24. Mai 2011 unbesiegt. In Doha trifft der Triple-Gewinner gleich an diesem Montag auf seinen letzten Bezwinger – zumindest zum Teil. Auftaktgegner am Montag ist Gastgeber Al-Sadd Doha. Und der hat sich eigens für das Turnier die Olympiasieger Nikola Karabatic und William Accambray und weitere fünf Spieler sowie Trainer Patrice Canayer von Montpellier HB eingekauft.

„Die haben sich vielleicht gedacht, dass Montpellier die einzige Mannschaft ist, die uns letzte Saison geschlagen hat“, meinte Gislason. Frankreichs Meister hatte Kiel in der Champions League am 9. Oktober 2011 mit 24:23 bezwungen. Weitere Vorrundengegner sind Sydney University HC und Asiens Klubmeister Mudhar aus Saudi-Arabien. In der Gruppe A spielen Atletico Madrid, El Zamalek (Ägypten), Al-Jaish (Katar) und Metodista Sao Bernardo (Brasilien). Halbfinals und Platzierungsspiele finden von Freitag bis Sonntag statt. Das Preisgeld ist üppig: Für die ersten drei Plätze werden insgesamt 750 000 US-Dollar (599 300 Euro) ausgezahlt. „Jetzt kommen fünf Spiele in einer Woche in Katar, das ist natürlich nicht ideal, aber es geht ums Prestige und um Geld“, befand Trainer Gislason.

Ganz andere Sorgen hat der HSV Hamburg. Mit 26:33 war der Deutsche Meister des Jahres 2011 bei der HSG Wetzlar unter die Räder geraten. „Das war natürlich eine Katastrophe und ein denkbar schlechter Start in die Saison“, konstatierte Kapitän Pascal Hens, mit sieben Treffern noch bester Akteur. Der als Trainer auf die Bank zurückgekehrte Martin Schwalb machte vornehmlich den Umbruch in der Mannschaft als Ursache der Pleite aus. „Man hat gesehen, wie wichtig Automatismen im Handball sind, die bei uns noch nicht funktioniert haben. Da fehlen uns natürlich noch ein paar Trainingseinheiten mit allen Spielern“, sagte er.

Die Brüder Bertrand und Guillaume Gille haben den Klub ebenso verlassen wie Renato Vugrinec, Linksaußen Torsten Jansen fehlte verletzt. Neu hinzugekommen sind unter anderen die schwedischen Olympia-Zweiten Frederik Petersen und Andreas Nilsson. Spielmacher Michael Kraus forderte einen Runden Tisch: „Da haben wir jetzt natürlich Gesprächsbedarf. Wir müssen jetzt schnell in die Spur kommen.“

Die Füchse Berlin starteten am Sonntag gegen den Aufsteiger GWD Minden in die Saison, das Spiel war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet. dpa

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