Sport : Von Maulhelden und Denkmälern

Armin Lehmann

sagt, warum er kein Mitleid mit Jens Lehmann hat Am vergangenen Bundesliga-Spieltag konnten die Oliver-Kahn-Gegner ein paar Punkte auf ihrer persönlichen Antipathie-Liste sammeln. Der Ausraster gegen einen sichtlich verwirrten und überdies unschuldigen Miroslav Klose war Zeugnis dafür, dass Oliver Kahn sich für etwas sehr Besonderes hält. Zum Glück ist da noch Jens Lehmann, der ewige Rivale Kahns im Tor der Fußball-Nationalmannschaft. Lehmann relativiert Kahns Verhalten immer durch sein eigenes. Lehmann findet bekanntlich, dass er noch viel besonderer ist als Kahn, und sagt das gerne und oft. Ein paar Tage vor dem Länderspiel in Iran hat er dem „Kicker“ erzählt, er sei fest davon überzeugt, „2006 bei der WM im Tor zu stehen“. Und Lehmann hat sich zudem darüber beklagt, dass er gegen den „Mythos Oliver Kahn“ ankämpfen müsse und keine Lobby habe.

Das alles ist sehr traurig für Lehmann. Und man würde auch mehr Mitleid mit dem Torhüter des FC Arsenal aus London haben, wenn er nicht schon immer diese Nummer im Programm gehabt hätte. Auch damals – wann war das noch? –, als Oliver Kahn tatsächlich der weltbeste Torwart war, wollte einzig Jens Lehmann das nie einsehen.

Gegen Iran am Samstag spielt Lehmann nun ganz bestimmt, aber das stand schon vor seiner Kritik fest. Danach wird er, wie gewünscht, bis zur WM noch einige Male das deutsche Tor bewachen dürfen. 2006 schließlich wird Oliver Kahn aus Pflicht zur eigenen Denkmalpflege noch viel mehr Kloses an der Nase packen, Lehmann wird immer neue Forderungen auf einen Stammplatz aufstellen – und Timo Hildebrand wird als Nummer eins im Tor stehen.

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