Sport : Von Oberwart nach Rio

von

Als die NBA-Profis des amerikanischen Dream Teams vor dem Beginn der Olympischen Spiele in London landeten, weilte die deutsche Nationalmannschaft gerade in Oberwart. Im Burgenland bereiteten sich die deutschen Basketballer mit Testspielen gegen Österreich, Portugal und Israel auf den Höhepunkt ihres Sommers vor – der alles andere als glamourös ist. Am heutigen Sonnabend startet das verjüngte Team des neuen Bundestrainers Svetislav Pesic in die Qualifikation für die EM 2013, in Hagen ist Luxemburg der erste Gegner. Der Weg zu erneuten olympischen Ehren ist weit und beschwerlich für die Deutschen – genau das könnte dem Basketball hierzulande aber gut tun.

Ob Dirk Nowitzki in Zukunft noch einmal das deutsche Trikot trägt, ist höchst fraglich. Der ewige Held wird heute in Hagen nicht auflaufen, auch nicht in den weiteren sieben Qualifikationsspielen, die Pesics Team bis zum 11. September noch bestreitet. Dafür hat der Bundestrainer eine Reihe junger Spieler versammelt, die die Gesichter ihrer Sportart in Deutschland werden sollen. Um im kommenden Jahr zur EM nach Slowenien zu fahren, muss sich das Team in 25 Tagen durch acht Spiele gegen Luxemburg, Bulgarien, Schweden und Aserbaidschan quälen. Eine Wildcard für das nächste Turnier– wie so oft in den vergangenen Jahren – hat der Deutsche Basketball-Bund diesmal nicht bekommen. Das ist auch gut so.

Zwischen Neu-Ulm, Norrköping, Sofia und Baku muss jetzt ein Team wachsen, dessen Weg von der EM über die WM 2014 in Spanien zu Olympia in Rio 2016 führen soll. Wenn die jungen deutschen Spieler diesen Marathon nicht als Bürde begreifen, sondern als Entwicklungschance, könnten sie am Ende tatsächlich in Brasilien ankommen.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben