Sport : "Von Paranoia zum Paradies"

Die riskante Rechnung von Manchester Uniteds Coach Sir Alex Ferguson ging voll auf, die von Barcelonas Trainer Carles Rexach nur zur Hälfte. Die Engländer bezwangen am Mittwochabend auch ohne ihren Star David Beckham den Gast Boavista Porto im zweiten Zwischenrundenspiel der Champions League klar mit 3:0. "Von Paranoia zum Paradies", formulierte der "Daily Telegraph". Dagegen kam der FC Barcelona nicht über ein 2:2 gegen Galatasaray Istanbul hinaus. "Barcelona leidet unter einem moralischen Zusammenbruch und einem ratlosen Trainer", schrieb die spanische Zeitung "La Vanguardia". Dennoch gehen beide Teams als jeweilige Gruppenerste in die Winterpause.

Barcelonas Coach Rexach hatte ebenso wie Ferguson auf die Misserfolge in den vergangenen Wochen reagiert. Der Katalane verbannte die Holländer Frank de Boer und Marc Overmars zunächst auf die Bank. Nachdem die diszipliniert spielenden Türken durch die Tore von Ümit (5. Minute) und Fleurquin (41.) bereits der Sensation nahe schienen, bescherten der eingewechselte Overmars als Vorbereiter und Javier Saviola als Vollstrecker (49./66.) Barcelona einen Punkt. "Saviola verhinderte eine Katastrophe", schrieb "La Vanguardia".

Istanbuls Trainer Mircea Lucescu konstatierte: "Overmars hat uns aus dem Gleichgewicht gebracht, und wir hatten ihm nichts entgegenzustellen." Als Gruppenzweiter hat der Uefa-Pokal-Sieger 2000 aber weiter alle Chancen auf den Einzug in das Viertelfinale. Die türkischen Zeitungen feierten Istanbul überschwänglich. "Galatasaray hat wieder Geschichte geschrieben", so "Cumhuriyet". Weniger gut schnitt indes der deutsche Schiedsrichter Markus Merk aus Kaiserslautern in der Bewertung ab, nachdem er zwei die Türken vom Platz gestellt hatte (Rote Karte gegen Capone und Gelb-Rot gegen Ünsal).

Manchester-Coach Ferguson hatte seine Mannschaft angesichts der schlechtesten Tabellensituation (8. Platz) seit elf Jahren umgestellt und Beckham offiziell eine Pause verordnet. Die Tore durch Ruud van Nistelrooy (31./62.) sowie den in den vergangenen Wochen scharf kritisierten französischen Welt- und Europameister Laurent Blanc(55.) brachten die Engländer dennoch auf den ersten Platz der Gruppe A. Der "Daily Star" fragte angesichts des Erfolges ohne Beckham bereits: "Wer braucht Becks?".

Unterdessen muss der AS Rom weiter auf einen Sieg gegen den Uefa-Pokal-Sieger FC Liverpool im heimischen Olympiastadion warten. Die hochkarätig besetzten Teams der Gruppe B trennten sich torlos. "Liverpool bleibt ein Tabu", schrieb "La Gazzetta dello Sport" und meinte auf Grund der Defensiv-Taktik der Mannschaft um den deutschen Nationalspieler Dietmar Hamann: "Rom scheitert an der englischen Mauer."

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