Von Schalke zum HSV : Heiko Westermann: Abschied ohne Schmerz

Trainer und Manager Felix Magath braucht Geld und hält sein Team auch ohne ihn für gut aufgestellt: Warum Nationalverteidiger Heiko Westermann vom FC Schalke 04 zum Hamburger SV wechselt.

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Gehen künftig pfleglicher miteinander um: Der Hamburger Guy Demel und der Neu-Hamburger Heiko Westermann.
Gehen künftig pfleglicher miteinander um: Der Hamburger Guy Demel und der Neu-Hamburger Heiko Westermann.Foto: ddp

Felix Magath lehnte sich ganz entspannt zurück. „Die Unterschrift fehlt noch, aber ich gehe davon aus, dass der Transfer zustande kommt“, sagte der Trainer des FC Schalke 04 gestern Mittag im Trainingslager in Österreich. Zu diesem Zeitpunkt war Heiko Westermann bereits wieder in Deutschland, „um sich auf seinen Wechsel vorzubereiten“.

Der 26-Jährige wird künftig beim Hamburger SV spielen. Die Hanseaten haben den Nationalspieler und bisherigen Kapitän der Schalker aus seinem bis 2014 laufenden Vertrag für schätzungsweise 7,5 Millionen Euro herausgekauft. Erst am Sonntagabend hatte Westermann den Verein über seine Absicht informiert. Der Wechsel kommt schnell, ist aber wenig überraschend. Felix Magath äußerte sich in der Vergangenheit häufiger kritisch über seinen Kapitän, dessen Leistungen ihm in der Vorsaison zu selten gefallen hatten. „Die Kapitänsbinde hat ihm nicht geholfen, sich als Führungsspieler zu positionieren“, sagte Magath nun noch einmal. Vor allem an den begrenzten spielerischen Möglichkeiten Westermanns fand der anspruchsvolle Trainer nur wenig Gefallen.

Nicht zufällig verpflichtete Magath mit Christoph Metzelder einen technisch versierten Verteidiger. Der ehemalige Nationalspieler Metzelder ist in Magaths Planungen als feste Größe in der künftigen Innenverteidigung vorgesehen. Daneben dürfte Benedikt Höwedes die besten Chancen haben, als Nebenmann von Metzelder aufzulaufen. Somit bleibt in diesem Mannschaftsteil unter Magath kein garantierter Stammplatz für Heiko Westermann. Doch eben diese Position sieht dieser für sich als optimales Betätigungsfeld an – auch im Hinblick auf die Nationalmannschaft, in die er nach dem verletzungsbedingten Ausfall unmittelbar vor der WM in Südafrika schnellstmöglich zurückkehren möchte. Beim HSV dürfte er dagegen als Innenverteidiger fest eingeplant sein. Für diese Aussicht wird ihn der Verzicht auf die Champions League nicht allzu sehr schmerzen.

„In der Abwehr sind wir sehr gut aufgestellt, da werden wir nicht mehr handeln“, sagte Magath. „Die Offensive ist eher unser Sorgenkind.“ Der Trainer baut weiter unbeirrt an der neuen Schalker Elf, die seiner Vorstellung entspricht, die vor allem offensiver, technisch und taktisch versierter spielen soll. Der Verkauf von Heiko Westermann verbessert die finanziellen Möglichkeiten bei der weiteren Saisonplanung enorm. Für Westermann selbst ist das Kapitel Schalke 04 nach drei Jahren dagegen abgeschlossen, auch wenn er seinen früheren Klub so schnell nicht aus den Augen verlieren wird. Am ersten Bundesligaspieltag treffen der HSV und der FC Schalke 04 im direkten Duell aufeinander.

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