Sport : Von Spaß keine Spur

Schalkes Übergangstrainer Büskens und Mulder holt beim 1:1 gegen Hannover die Realität ein

Richard Leipold[Gelsenkirchen]

Gute Laune schießt keine Tore. Diese Erfahrung mussten Mike Büskens und Youri Mulder, die beiden Übergangstrainer des FC Schalke 04, beim 1:1 gegen Hannover 96 machen. Wie oftmals schon unter der Regie des inzwischen entlassenen Fußball-Lehrers Mirko Slomka kickten die Schalker auch unter Büskens und Mulder zu einfallslos, um einen mittelmäßigen Gegner zu besiegen. Am Ende galt: Von Spaß keine Spur. Das belegten nicht nur die Pfiffe nach Spielende. „Die Enttäuschung ist schon groß“, sagte der Gelsenkirchener Mittelfeldspieler Jermaine Jones. „Wir wollten mit einen Dreier einen Schritt nach vorn machen im Kampf um den zweiten Platz.“

Drei Runden vor Saisonschluss liegt Schalke zwei Punkte hinter dem aktuellen Tabellenzweiten Werder Bremen. Aber Hamburg und Stuttgart als Verfolger sitzen den Westfalen nun – bei jeweils vier Punkten Rückstand – wieder stärker im Nacken. „Wir werden erst am Ende der Saison sehen, was dieser Punkt wert ist“, sagte Mike Büskens. Trotz der mageren Ausbeute wollte er nicht von einem Rückschlag sprechen: „Ich sehe das nicht ganz so negativ wie einige Fragesteller.“

Die Schalker hatten schläfrig begonnen. „Wir waren zunächst nicht richtig da“, sagte Büskens. Erschwerend kam ein frühes Gegentor hinzu. Arnold Bruggink nutzte einen Freistoß zum Führungstreffer für Hannover (8. Minute). Während die Niedersachsen sich in der Rolle des Spielverderbers gefielen, suchten die Schalker im Mittelfeld nach Lösungen. Doch es fiel ihnen wenig ein. Zwei Chancen von Halil Altintop und Kevin Kuranyi brachten den Favoriten noch nicht in Schwung. Schalke fehlte es – wie so häufig in dieser Bundesliga-Saison an Kreativität, um sich gegen solides Mittelmaß durchzusetzen. Dennoch gelang der Heimelf gegen Ende der ersten Hälfte das Ausgleichstor – dank einer starken Einzelleistung Leistung von Altintop. Der türkische Stürmer setzte sich gegen drei Gegner durch und überwand schließlich auch Torhüter Robert Enke (40.).

Selbst dieses Erfolgserlebnis verlieh den Schalkern nicht gerade Flügel. Nach der Pause zeigten sie zwar guten Willen, leisteten sich aber im Spielaufbau viele Flüchtigkeitsfehler, die beim Publikum Unmut hervorriefen. Das Raunen und Pfeifen wäre vermutlich noch lauter geworden, wenn Bruggink in der 57. Minute ein wenig genauer gezielt hätte; sein Schuss prallte vom Pfosten ins Feld zurück. „Da hatten wir ein bisschen Pech. Wir hätten als Sieger vom Platz gehen können, aber das wäre des Guten zu viel gewesen", sagte Dieter Hecking, der Trainer von Hannover 96.

Schalker Kopfbälle von Kuranyi und Westermann, die knapp das Ziel verfehlten, durften als Zeichen von Angriffslust gewertet werden, brachten auch keinen Hallo-Wach-Effekt mehr.

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