Sport : Von Visionen und anderen Problemen

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Frank Bachner verteilt Geschenke

an zwei deutsche Trainer

Besinnlich ist die Stimmung, Weihnachten halt, da zerfetzt Lothar Matthäus die Atmosphäre mit einem Satz: Ich habe Visionen. Das ist ja nun ein echter Knaller. Ein Mann, der einst via TV mit dem Bekenntnis überraschte „Auch ein Lothar Matthäus greift mal zum Staubsauger“, hat Visionen. Er ist ja nun Trainer bei Partizan Belgrad, und bei seiner Vorstellung hat er das gesagt mit den Visionen. Aber, bitte, Weihnachten, Nächstenliebe, auch Matthäus hat das Recht auf Unterstützung. Nur, was wünscht man einem Mann, der in Belgrad Visionen hat? Viel Erfolg? Zu ideell. Eine kugelsichere Weste? Schon besser, für Niederlagen gut geeignet. Partizan, so ein Name macht ja hellhörig. Oder einen Gutschein für einen Haushaltskurs. Nach Niederlagen pflegt sich in Südosteuropa ein Trainer zu verbarrikadieren, nicht mal die Putzfrau kommt rein, und ob Matthäus wirklich so ohne Vorwarnung saugen könnte, nun ja. Besser aber noch: ein Sprachlehrer für Hochdeutsch. Wahrscheinlich hat Matthäus ja bloß gesagt: Ich habe ein Video, auf fränkisch natürlich, und das verstehen sie ja so schlecht in Belgrad. Aber Matthäus gilt nun als Visionär.

Werner Lorant wurde gestern auch vorgestellt, als Trainer von LR Ahlen. Dem, klar, wünscht man wieder mehr Härte. In der Türkei waren Fans und Funktionäre brutaler als Lorant – das ist ganz schlecht. In Ahlen werden weiche Trainer schnell durchgereicht. Wenn Lorant nicht aufpasst, ist er ruckzuck weg. Und dann wird Matthäus engagiert. Bei seiner Vorstellung wird er dann verkünden: Ich habe einen Traum. Und befehlen, Martin Luther King zu verpflichten.

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