Sport : Von vorn in die Play-offs

Nach dem 80:75 gegen Bamberg ist Oldenburg Albas Gegner im Viertelfinale

Helen Ruwald

Berlin - Neun Minuten und acht Sekunden waren am Ostersonntag in der Max-Schmeling-Halle noch zu spielen, als die Fans von GHP Bamberg in lauten Jubel ausbrachen. Der Deutsche Meister lag im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga bei Alba Berlin 53:63 zurück, doch gerade hatte sich Albas überragender Spielmacher Hollis Price in einem packenden und teilweise hochklassigen Spiel das vierte Foul eingehandelt. Ein Foul noch, und das Spiel würde für ihn beendet sein.

Prompt beorderte Albas Trainer Henrik den US-Amerikaner (31 Punkte) auf die Bank und gönnte auch Center Jovo Stanojevic (21 Punkte) eine Pause. Bamberg holte auf – und Price kam zurück. Er musste zwar miterleben, wie die Gäste auf 64:65 verkürzten, versenkte dann aber einen Dreipunktewurf und machte 30 Sekunden vor Schluss das entscheidende 78:73. Alba Berlin siegte vor 9322 Zuschauern 80:75 (41:40) und geht als Tabellenerster in die Play-offs. Damit hat sich das Team das Heimrecht in den entscheidenden Spielen und wichtige Punkte für das Europaliga-Ranking gesichert. Im Play-off-Viertelfinale treffen die Berliner auf den Achten, die EWE Baskets Oldenburg. Das erste Spiel findet am Montag, 1. Mai, um 18 Uhr in der Max-Schmeling-Halle statt. Drei Siege sind für den Einzug ins Halbfinale nötig. Albas Vizepräsident Marco Baldi hatte Oldenburg zu Saisonbeginn wegen der starken Neuzugänge „unter die ersten vier getippt“. Doch das Team hatte zwischenzeitlich Probleme, „ich weiß nicht, auf jedem Level die jetzt spielen.“

Alba verlor in der Hauptrunde nur vier von 30 Spielen, „das war eine unserer besten regulären Spielzeiten überhaupt“, sagte Rödl. Eine der Niederlagen steckte sein Team in Bamberg ein, doch am Sonntag hielt es gegen die harte Verteidigung der Franken stand, kompensierte den Quasi-Ausfall von Mike Penberthy (Leistenprobleme), der sich sieben Minuten lang wirkunglos übers Feld schleppte und gewann dank Price das Spielmacher-Duell gegen Steffen Hamann und Derrick Phelps. Alba steckte im zweiten Viertel einen zehn Punkte Rückstand weg, als Rödl viel wechselte und es Bamberg gelang, das schnelle Berliner Spiel zu bremsen. Rödl reagierte mit einer ungewöhnlichen Aufstellung, ließ mit Stanojevic, Lollis und Ford drei statt zwei sehr große Spieler gleichzeitig spielen – mit Erfolg. Alba konterte mit einer 31:11-Serie und Sharrod Ford begeisterte mit der spektakulärsten Aktion des Spiels: Nach Pass von Demond Greene fing er den Ball an der Freiwurflinie, dribbelte aber nicht, sondern sprang einfach hoch. Er schwebte über Bambergs Demond Mallet und stopfte den Ball einhändig von oben in den Ring. Dass es spannend blieb, lag auch an Albas 14 vergebenen Freiwürfen nach der Pause. „Das war eine Kopfsache, allen war die Bedeutung des Spiels klar“, sagte Rödl.

Sowohl er als auch sein Bamberger Kollege Dirk Bauermann müssen um Verletzte bangen. Mallet verdrehte sich in der letzten Spielsekunde das Knie und wurde noch in Berlin ins Krankenhaus gebracht. Albas Penberthy rechnet damit, dass er operiert werden muss. Mit ihm und den ebenfalls verletzten Luke Whitehead, Sascha Leutloff und Matej Mamic „fehlen vier Außenspieler“, sagt Balid, „da haben wir ein Problem, wir müssen schauen, dass wir den einen oder anderen bald zurückkriegen.“ Bei der Pokal-Endrunde am Wochenende in Bamberg werden vermutlich alle vier ausfallen. Dort könnte es im Finale zum nächsten Duell zwischen Alba und Bamberg kommen.

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