Sport : Von vorne nach vorne

Alonso feiert in Monaco einen Start-Ziel-Sieg, Michael Schumacher fährt noch auf Rang fünf

Christian Hönicke

Monte Carlo - Es hat schon Sieger des Großen Preises von Monaco gegeben, die ihr Glück deutlicher zur Schau gestellt haben. Weltmeister Fernando Alonso jedenfalls feierte seinen ersten Erfolg in Monte Carlo am Sonntag vor dem McLaren-Piloten Juan Pablo Montoya und Red-Bull-Fahrer David Coulthard wenn überhaupt dann eher innerlich. Vielleicht war die verhaltene Freude des Spaniers den Umständen geschuldet, unter denen sein Sieg zustande kam. Schließlich war sein Hauptkonkurrent Michael Schumacher nach dem Qualifikationstraining nach einer Kontroverse ans Ende des Feldes versetzt worden (siehe nebenstehenden Text). „Natürlich hat das alles ein bisschen einfacher gemacht“, gab Alonso zu. Schumacher kam trotz seines Handicaps durch eine starke Aufholjagd noch auf Rang fünf, sein Bruder Ralf brachte seinen Toyota auf Rang acht ins Ziel.

Ohne den Rekordweltmeister neben sich verteidigte Fernando Alonso seine Poleposition am Start relativ mühelos. Ihm folgten Williams-Pilot Mark Webber und Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes, bis der Finne einen Fehler seines Vordermanns ausnutzte und sich an Webber vorbei auf Platz zwei schob. „Kimi hat danach eine Menge Druck gemacht“, sagte Alonso, „aber ich wusste ja, dass es hier in Monaco praktisch unmöglich ist zu überholen. Ich hatte alles unter Kontrolle.“ So konzentrierte sich der Weltmeister darauf, Räikkönen hinter sich zu halten und die Führung bei seinen beiden Boxenstopps nicht zu verlieren. Dieses Vorhaben war auch deshalb erfolgreich, weil sowohl Räikkönen als auch Webber später mit rauchenden Motoren ausschieden. Räikkönen fand für den Rest des Nachmittags immerhin eine sinnvolle Verwendung und schaute seinen Kollegen von einer Yacht im Hafen aus bei der Arbeit zu.

Weil auch noch andere Piloten durch technisches oder eigenes Versagen – unter ihnen der zeitweilig Drittplatzierte Jarno Trulli (Toyota), Williams-Pilot Nico Rosberg und Nick Heidfeld im BMW – ihr Dienstende vorzeitig antreten mussten, kam David Coulthard in den unverhofften Genuss, den ersten Podestplatz für Red Bull herauszufahren. „Es ist toll, nach so langer Zeit mal wieder da zu stehen“, sagte der 35 Jahre alte Schotte. Auch Michael Schumacher profitierte von den Ausfällen. Nachdem er als Letzter aus der Boxengasse gestartet war, konnte er sich mit einer Ein-Stopp-Strategie durch das Feld und immerhin noch zu vier WM-Punkten arbeiten.

Am Ende fuhr Schumacher sogar noch die schnellste Runde des Rennens. „Wir hatten ganz klar das beste Auto heute“, sagte Ferraris Technikchef Ross Brawn, „von daher ist es um so enttäuschender, dass wir nur Fünfter geworden sind.“ Auch Schumacher mochte sich über das an sich bemerkenswerte Resultat nicht recht freuen. „Die Enttäuschung über die Entscheidung vom Samstag ist schon noch vorhanden“, sagte der 37-Jährige. „Das war ein Schock.“ Unwidersprochen mochte Schumacher die Ankündigung Alonsos, den auf 21 Punkte angewachsenen Vorsprung in der Weltmeisterschaft nun „Schritt für Schritt ausbauen“ zu wollen, aber dennoch nicht stehen lassen. „Wir sind weit davon entfernt, erledigt zu sein“, sagte Schumacher. „Heute hat jeder gesehen, dass ich nicht zu denen gehöre, die aufgeben.“

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