Vor dem Bundesliga-Wochenende : Unsere Fragen an den 8. Spieltag

Wer feiert Jubiläum? Wo steigt das Spitzenspiel? Und was macht eigentlich Felix Magath? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum achten Spieltag.

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Da geht's lang. Wirklich? Jermaine Jones provoziert offenbar seinen Rauswurf bei Schalke 04.
Da geht's lang. Wirklich? Jermaine Jones provoziert offenbar seinen Rauswurf bei Schalke 04.Foto: dpa

Wo steigt das Spitzenspiel?

Man muss da differenzieren. Am Freitagabend findet das, Achtung: schlechter Witz!, vorgezogene Spitzenspiel statt – und zwar in Hannover, zwischen dem gastgebenden Tabellenvierten und dem Rangfünften Hertha BSC. Die Anhänger der beiden großen Borussias beantworten diese Frage mit: in Mönchengladbach. Wer die Vereinsbrille gar nicht erst aufsetzt, kommt aber nur zu einer gültigen Antwort, sie lautet: in Leverkusen. Dritter gegen Zweiter, Bayer gegen Bayern. Muss man nicht unbedingt mögen. Ist aber ziemlich unstrittig.

Wer provoziert seinen Rauswurf?

Nicht etwa Matthias Sammer mit Dienst-nach-Vorschrift-Predigten. Wobei: So genau weiß man das nie. Und auch nicht Torsten Lieberknecht mit der womöglich siebten Niederlage im achten Saisonspiel, zumal im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg. Sondern Jermaine Jones (Foto). Der nach dem 3:3 in Hoffenheim suspendierte Mittelfeldspieler von Schalke 04 hat ganz eigene Vorstellungen, wie er seine Verbannung zu nutzen gedenkt: die für die Winterpause geplante Meniskusoperation wird einfach vorverlegt ins: Jetzt. Jones fiele damit etwa sechs Wochen aus. Zweifelhaft, ob die Schalker Verantwortlichen das so mitmachen.

Was macht eigentlich Felix Magath?

Werbung für das neue Bundesliga-Angebot der Zeitung mit den vier großen Buchstaben. Wobei das mit dem „launigen Video“, das auf der Homepage angekündigt wird, so eine Sache ist: Richtig lustig ist es nämlich nur, wenn man es sich anhört. Denn Magaths prägnante Devisen klingen wie eine Zusammenfassung seiner Tätigkeit in den vergangenen Jahren: „Ich will alles“, sagt der Allmächtige zu Beginn, „ich entscheide“. Und weiter: „So wie es mir passt – egal, wo ich gerade bin.“ Und, ganz zum Schluss: „Los! Kaufen!“

Wer feiert Jubiläum?

Eine Kampagne, mit der die Bundesliga vor 20 Jahren ein Zeichen der Solidarität setzte. Wenige Monate zuvor, im August 1992, war es in Rostock-Lichtenhagen zu rassistisch motivierten Ausschreitungen gekommen, Molotowcocktails flogen, Häuser brannten, Menschen fürchteten um ihr Leben. Die Bundesliga antwortete, sich ihrer Strahlkraft bewusst, mit der Kampagne „Mein Freund ist Ausländer“. Am letzten Vorrundenspieltag trugen alle Klubs eben jenen Slogan statt den des Sponsors auf der Brust, auch die Nationalmannschaft beteiligte sich. Am 4. Oktober 1993 bestritt die DFB-Auswahl ein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl ausländischer Bundesligaspieler, angeführt von Anthony Yeboah und Wynton Rufer. Und heute? Ist Rassismus natürlich noch immer ein Thema in den Stadien der Republik (siehe nebenstehende Kolumne). In der gefühlten Wahrnehmung hat die Kampagne aber Wirkung erzielt.

Und sonst?

Läuft gerade die Abstimmung über das schönste Fußballer-Zitat der vergangenen Saison. Bisheriger Favorit in der Gunst der Leser: Timm Klose vom 1. FC Nürnberg. Mit dem tollen Satz: „Der Trainer hat gesagt, wir sollen weiter Tore schießen.“

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