Vor dem Final Four in Rom : BR Volleys: Suche nach dem Schub

Die BR Volleys wollen die Bundesliga-Pleite in Friedrichshafen in der Champions League wiedergutmachen.

Schlecht geschlagen. Der Berliner Okolic im ersten Finalspiel.
Schlecht geschlagen. Der Berliner Okolic im ersten Finalspiel.Foto: dpa

Kulturinteressierte Fans der BR Volleys können sich freuen – wenn sie ein Ticket für das Final Four der Champions League am kommenden Wochenende in Rom haben. Für die Anhänger des Berliner Klubs ist es natürlich schon aufregend genug, überhaupt beim Finalturnier der vier besten europäischen Mannschaften dabei zu sein. Die italienischen Organisatoren bescheren den Kartenbesitzern aber noch ein weiteres Schmankerl. Sie bekommen zusätzlich kostenlosen Eintritt zu 15 Römer Museen, darunter das angesehene Etruskische Nationalmuseum Villa Giulia oder die Diokletian-Thermen.

Enttäuschung statt Vorfreude

Es ist also alles dafür bereitet, dass der Aufenthalt in Rom wirklich wunderbar wird für die Volleys und ihre Fans. Schließlich ist das Erreichen des Final-Four-Turniers, bei dem die Berliner im Halbfinale am Samstag auf den russischen Champions-League-Titelverteidiger Zenit Kasan treffen, einer der größten Erfolge des Vereins. Alles könnte so schön sein, doch statt der Vorfreude auf Italiens Hauptstadt und die besten Teams des Kontinents überwiegt beim Klub und seinen Anhängern derzeit die Enttäuschung über die deutliche Niederlage am vergangenen Sonntag auf nationaler Ebene.

Bei der 0:3-Pleite beim VfB Friedrichshafen im ersten Play-off-Finalspiel der Serie Best-of-three waren die Volleys ihrem Kontrahenten in allen Bereichen unterlegen. „Das drückt auf die Stimmung“, sagt Kaweh Niroomand. „Da gibt es auch nichts schönzureden.“ Zumal der Manager zuvor immer betont hatte, all die schwierigen Spiele in der Champions League seien ein Einspielen für die Finalserie in der Liga. Die Meisterschaft zu verteidigen hatten die Berliner als wichtigstes Saisonziel ausgegeben. Davon sind sie nun weit entfernt. Gewinnt Friedrichshafen das nächste Finalduell am 3. Mai in Berlin, ist die Serie schon vorbei.

„Die Mannschaft ist erfahren genug, um das wegzustecken“

Auch am Sonntag war der Mannschaft von Trainer Roberto Serniotti anzumerken, dass sie nach den aufregenden und anstrengenden vergangenen Wochen nicht mehr ganz frisch ist. Niroomand will das jedoch nicht als Ausrede für die klare Niederlage gelten lassen. „Die Mannschaft ist erfahren genug, um das wegzustecken“, sagt er. „Ich will eine andere Haltung sehen. Den Spielern fehlte der Biss. Wir haben ohne Mut und ohne Aggressivität gespielt.“ Diese Haltung habe sich seit dem Play-off-Halbfinale im Team eingeschlichen, sagt der 64-Jährige. Und Niroomand hatte zuletzt auch versucht, all das aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen.

Vor dem ersten Finalspiel hatte er am Samstag seit langer Zeit mal wieder zur gesamten Mannschaft gesprochen, um sie einzuschwören, für das bisher Erreichte zu loben – die Qualifikationsspiele für die nächste Champions-League-Saison sind den Volleys als Bundesliga-Finalist sicher – und um sie auch an ihre Stärken zu erinnern. Geholfen hat es wenig. „Wir müssen uns jetzt neu sortieren und in Rom einiges wiedergutmachen“, sagt Niroomand.

In Rom sind die Berliner Außenseiter

Viel Zeit bleibt nicht. Am Montag hatten die Spieler frei. Sie sollten sich so gut es geht erholen und die Gedanken an Friedrichshafen abschütteln. Am Dienstag beginnt die Vorbereitung auf das Champions-League-Halbfinale, und am Donnerstag reisen die Volleys bereits nach Rom. Dort sind die Berliner absoluter Außenseiter, nichts wird von ihnen erwartet. „Ich hoffe, dass uns das Final Four dann einen Schub gibt“, sagt Niroomand. „Wir wollen uns gegen Friedrichshafen noch teuer verkaufen.“

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