Vor dem Spiel bei Hannover 96 : Daniel Mesenhöler ist Unions Torwart der Zukunft

Daniel Mesenhöler ist erst 21 Jahre alt – seit sich Jakob Busk vor einem Monat verletzt hat, ist der Torwart eine wichtige Stütze für den 1. FC Union und wohl die neue Nummer eins.

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Gut geflogen. Lange Zeit war Daniel Mesenhöler nur Ersatztorwart hinter Jakob Busk. Nun scheint er Unions Mann für die Zukunft zu sein.
Gut geflogen. Lange Zeit war Daniel Mesenhöler nur Ersatztorwart hinter Jakob Busk. Nun scheint er Unions Mann für die Zukunft zu...Foto: Zink/Imago

Die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen hat Daniel Mesenhöler im Café genossen. Latte Macchiato trinkend. Ganz entspannt saß er da in Friedrichshain, unter dem Tisch wuselte sein kleiner Hund umher. Der Torwart des 1. FC Union wirkte zufrieden und mit sich und der Welt im Reinen. Er hat ja auch allen Grund dazu. Schon am Dienstag hatte ihm Trainer Jens Keller eröffnet, dass er beim wichtigen Spiel am Sonnabend in Hannover (13 Uhr, live bei Sky) im Tor des Berliner Zweitligisten stehen wird.

Vor einem Monat wäre das noch eine Überraschung gewesen. Mesenhöler war den größten Teil der Saison Unions Ersatztorwart hinter der Nummer eins Jakob Busk. Als sich der Däne Ende Februar im Spiel gegen 1860 München verletzte, machte Mesenhöler seine Sache so gut, dass Keller nun sagt, die Wahl sei ihm überhaupt nicht schwer gefallen. „Er war sehr stabil, deshalb wollen wir nichts ändern.“ Keller sagt zwar, dass Busk nach seiner vierwöchigen Trainingspause noch ein wenig Rückstand hätte, die Wahrheit aber ist, dass Mesenhöler für den Rest der Saison im Tor bleiben wird. Und sollte er keine gravierenden Fehler machen, wohl auch darüber hinaus.

Es sieht so aus, als hätte der 1. FC Union in Mesenhöler seinen Torwart der Zukunft gefunden. Zu eindrucksvoll war, was er in den vergangenen Wochen abgeliefert hat. Man muss sich das vor Augen führen, bei all der Ruhe und Sicherheit, die er ausstrahlt: Daniel Mesenhöler ist gerade mal 21 Jahre jung, Welpenalter für einen Torwart. So sieht er auch aus. In seinem Gesicht wächst nur etwas Flaum statt Bart und die Konturen sind eher die eines Jugendlichen als die eines Mannes.

Anfangs wirkte Mesenhöler verkrampft

Wie er aber flog und Bälle parierte, wie er seine zum Teil deutlich älteren Mitspieler dirigierte und in brenzligen Situationen zur Stelle war, da entstand der Eindruck, dieser Kerl macht seit Jahren nichts anderes, als seine Mannschaft Woche für Woche im Aufstiegsrennen zu halten. Deshalb darf er sich nun auch beim Spiel in Hannover beweisen, vor 50.000 Zuschauern in einem ausverkauften Stadion mit Bundesliga-Atmosphäre. Die Gastgeber sind Vierter und müssen gewinnen, um den Kontakt zur Spitze nicht abreißen zu lassen. Union will als Tabellenführer seine Position verteidigen, muss aber in Mittelfeldspieler Stephan Fürster verletzungsbedingt auf eine wichtige Stütze verzichten. Dafür könnte der genesene Kristian Pedersen in die Mannschaft zurückkehren. Und dann ist da noch Daniel Mesenhöler, der sich in überragender Form befindet.

Sie wussten ja in Köpenick, dass er Potential besitzt. Junioren-Nationalspieler war er, aber beim 1. FC Köln gab es für ihn keine Chance, an dem ebenfalls noch jungen Timo Horn vorbei zu kommen. Also der Wechsel zu Union. In Berlin aber verkrampfte er zunächst einmal. Mesenhöler wirkte fahrig und an manchen Stellen auch übermotiviert. So fest war er davon überzeugt, es ins Tor zu schaffen, dass ihn der Gedanke daran verkrampfen ließ.

Bei Torhütern gibt es eine gefühlte Schallmauer. Richtig gut ist einer, der auch mal einen Unhaltbaren hält, wie es im Jargon der Branche hießt. Einen Ball also, der eigentlich nicht zu parieren ist. Jakob Busk hielt keinen Unhaltbaren, im besten Fall war er solide. Mesenhöler hat eher das Potential, der Mannschaft auch mal Punkte zu sichern, wenn diese einen gebrauchten Tag erwischt. Immer wieder lobten die Mitspieler seine Gelassenheit in Situationen, die eigentlich schon verloren erschienen. In drei Spielen kassierte er nur ein Gegentor.

So könnte Union spielen:

Mesenhöler – Trimmel, Puncec, Leistner, Pedersen – Parensen, F. Kroos, Kreilach – Skrzybski, Polter, Hedlund.

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