Vor dem Spiel in Malaga : Der BVB ist rustikal erprobt

Borussia Dortmund sieht sich für das Viertelfinale in der Champions League gegen den FC Malaga vorbereitet. Doch BVB-Geschäftsführer Watzke warnt vor "völlig unangebrachter Euphorie".

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Großes vor Augen: Marco Reus (r.) und Mario Götze sind mit Borussia Dortmund Favorit im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Malaga.
Großes vor Augen: Marco Reus (r.) und Mario Götze sind mit Borussia Dortmund Favorit im Champions-League-Viertelfinale gegen den...Foto: AFP

Am Dienstagmittag hob das Flugzeug von der Startbahn des Flughafens im Dortmunder Vorort Holzwickede ab, das die Mannschaft von Borussia Dortmund nach Malaga brachte. „Champions-League-Viertelfinale in Andalusien, es hätte wahrlich schlimmer kommen können“, hatte Sportdirektor Michael Zorc nach der Auslosung gesagt: „Besser als Barcelona, Madrid oder München“.

Dass die Aufgabe im Viertelfinale für den Deutschen Meister machbar ist, darüber sind sie sich in Dortmund einig. Malaga sei ein gutes Los, „vor allem, weil wir erst auswärts antreten“, sagt Kapitän Sebastian Kehl. „Ich denke, wir können es packen.“ In dieser Zuversicht steckt allerdings auch eine Gefahr. „Wir müssen aufpassen, dass wir den Gegner nicht unterschätzen“, sagt Zorc. „Das ist kein Freilos.“ BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte gar, er werde „verrückt, wenn jetzt irgendjemand in völlig unangebrachte Euphorie verfällt“.

In Dortmund sind sie stolz darauf, in einer bislang fabelhaften Saison gegen Real Madrid, Manchester City, Ajax Amsterdam und Schachtjor Donezk fünf Siege und drei Remis vorzuweisen. Und dennoch bemühen sie sich nach Kräften, dem Eindruck entgegenzuwirken, man halte sich nach überzeugenden Auftritten bereits wieder für einen Teil des gehobenen europäischen Establishments. So betont Trainer Jürgen Klopp, mit der Borussia und dem FC Malaga träfen „zwei Überraschungs-Viertelfinalisten aufeinander“.

Allerdings hatten die Dortmunder in den jüngsten Tagen auch so ihre Sorgen. Nach dem hart erkämpften 2:1 beim VfB Stuttgart berichteten die Protagonisten, die Dortmunder Kabine habe nach dem Spiel einem Lazarett geglichen, in dem die lädierten Profis ihre Beulen kühlten und sich behandeln ließen. Der BVB beklagte eine überharte Gangart des VfB, Klopp sprach davon, er habe regelrecht Angst um seine Spieler gehabt. Vor allem Marcel Schmelzer war reichlich lädiert, er zog sich nach einem Tritt von Martin Harnik einen Nasenbeinbruch zu. Der Außenverteidiger will in Malaga mit einer Gesichtsmaske auflaufen.

Auch Kevin Großkreutz und Sven Bender, die angeschlagen aus Stuttgart zurückkehrten, sollen bis zum Anpfiff wieder fit sein, teilte Mannschaftsarzt Markus Braun mit. Definitiv ausfallen wird nur Manndecker Mats Hummels, dessen Teilanriss des Außenbandes am Sprunggelenk noch nicht ausgeheilt ist. Zudem ist der Einsatz von Jakub Blaszczykowski, der an einer Adduktoren-Zerrung laboriert, nicht gesichert. Michael Zorc spricht von einem „Wettlauf mit der Zeit“. Die Westfalen werden auch ohne den Kapitän der polnischen Nationalmannschaft in guter Besetzung in Spanien auflaufen und fühlen sich nach den letzten 90 Minuten bestens vorbereitet. Schließlich, sagte Klopp, habe die reichlich rustikale Gangart der Stuttgarter auch einen positiven Aspekt gehabt: „Das war eine gute Vorbereitung auf das Spiel in Malaga, denn die fliegen ähnlich intensiv in die Zweikämpfe wie die Stuttgarter.“

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