Vor dem Spiel zwischen Hertha und dem BVB : Aubameyang fällt am Mittwoch aus

Nur noch ein Mal schlafen bis zum DFB-Pokal-Hammer zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund. Alles Wichtige zur Einstimmung im Newsblog.

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Hertha-Fans in der Ostkurve des Olympiastadions.
Hertha-Fans in der Ostkurve des Olympiastadions.Foto: Britta Pedersen/dpa

+++ Morgen geht's weiter: Wir verabschieden uns für heute mit dem Hinweis auf diesen Kommentar von Stefan Hermanns. Und dann schauen wir uns an, wer der Finalgegner im Pokal wird. Werder Bremen oder Bayern München. Auf tagesspiegel.de sammeln wir morgen wieder alles Wichtige rund um das Hertha-BVB-Spiel am Abend.

+++ Lightbier-Picknick: Glücklich, wer ein Ticket fürs Olympiastadion erstehen konnte. Damit auch nichts schief geht beim Eintritt, ein kurzer Blick in die Stadionordnung: Nicht erlaubt sind zum Beispiel Profikameras, Haarspray, Hocker, Kinderwagen und Picknickkörbe. Letztere sind auch wirklich unnötig, der Wurstwagen steht ja schon, das Bier ist auch kalt. Aber bitte in Maßen. Der BVB weiß seine Fans auf der Website vorsorglich darauf hin: "Es werden stichprobenartig Alkohol-Kontrollen durchgeführt. Der Richtwert liegt bei 1,0 Promille. Im Stadion selbst wird nur Light-Bier ausgeschenkt." Na dann Prost.

+++ Fernseh-Funfact: Was macht eigentlich der Teil der Deutschen, der sich nicht für Fußball interessiert? Eine Option: auf RTL läuft "Die 50 unfassbarsten Begegnungen der Welt". Kenner dagegen wissen: Die unfassbarsten Begegnungen schreibt sowieso der Fußball. Und im Pokal ist ja alles möglich. Wo ist das Phrasenschwein?

+++ Schlechte Nachrichten für den BVB: Jetzt also doch noch die Hiobs-Botschaft für den Revierclub. Aubameyang wird am Mittwoch nicht spielen können. Das teilte der Verein via Twitter mit. Grund ist eine Knochenabsplitterung im Zeh, die er sich am Montag im Training zugezogen hatte. Zunächst hieß es, so schlimm sei das nicht, nun ist es das aber offenbar doch. Für ihn dürfte Adrián Ramos einen Platz in der Startelf finden. Der Dortmunder würde dann auf seinen Ex-Club treffen, er hatte bis zur Saison 2014/15 bei Hertha BSC gespielt, bevor er ins Ruhrgebiet wechselte.

+++ Zahlen, bitte: 76.233 Fans werden am Mittwochabend im Olympiastadion erwartet. 10.000 davon aus Dortmund. Laut wird es dann werden, davon ist auszugehen. Was eine Wand aus singenden Fans bewirken kann, haben die Borussen jüngst schmerzlich an der Anfield Road erleben müssen, als die Liverpool-Anhänger ihre ganze Stimmgewalt demonstrierten. Aber die Fans des Revierclubs brauchen sich nicht zu verstecken, die "Süd" ist Fußballfans in ganz Europa ein Begriff. Kleine Stichprobe unter Hertha- und Dortmund-Fans, Konsens: Alles besser als in München. Sollten die Bayern heute Abend gegen Bremen gewinnen, können die Münchner Fans im Finale am 21. Mai das Gegenteil beweisen. Gegen Hertha oder gegen Dortmund.

+++ Understatement: Hertha-Coach Dardai betont, dass Dortmund der eindeutige Favorit sei. Aber: Alles ist möglich. Mag man als Dardaismus abtun, kostet aber auf jeden Fall einen Beitrag ins Phrasenschwein. Kleiner Trost: Tuchels "Das Ziel ist das Ziel" ist definitiv noch teurer.

+++ Es geht um die Wurst: Bei aller Aufregung, die Grundbedürfnisse müssen gestillt werden. Besonders dann, wenn die Knie ohnehin schon ganz wacklig werden. Das Team vom Olympiastadion hat das gewissenhaft im Blick, die Vorbereitungen laufen.

+++ Hummels kampfeslustig: BVB-Verteidiger Mats Hummels gibt sich hochmotiviert. Der Pokal ist für die Dortmunder faktisch die letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison. "Wir müssen einfach dafür sorgen, dass wir in dieser Saison noch zweimal nach Berlin kommen", sagte Hummels im Interview mit dem DFB.

+++ Personalien: Schrecksekunde am Montagmorgen in Dortmund. Pierre-Emerick Aubameyang musste das Training vorzeitig beenden, er humpelte vom Platz. Wenige Stunden später gab es aber Entwarnung, ein Einsatz beim Spiel in Berlin sei nicht gefährdet. Hertha muss noch um den Einsatz von Spielmacher Vladimir Darida bangen. Der tschechische Nationalspieler plagt sich mit einer Innenband-Dehnung im Knie. "Vladi ist angeschlagen, da wackelt etwas", sagte Pal Dardai zu Daridas Einsatzchance. Und noch eine Personalie könnte interessant werden: Torjäger Ibisevic war zuletzt durch eine Gesichtsmaske beeinträchtigt. Er könnte durch Julian Schieber ersetzt werden - einen Ex-Dortmunder.

+++ Insider beim Kicker: Das Fußballmagazin "Kicker" hat offenbar hochgeheime Geheiminfos zur Aufstellung schon vor dem Spiel. Bei Hertha weiß davon aber noch niemand etwas, sagt zumindest Hertha. Vielleicht war der Kicker auch nur ein bisschen schnell.

+++ Das Wetter spielt auch mit: Fragt doch gerade ein aufgeregter Mitarbeiter (Hertha-Hardcore-Fan) nach dem Wetter von morgen. Bitte schön, sie gut aus. Selbst ein Elfmeterschießen könnte trocken über die Bühne Olympiastadion gehen, die Niederschlagswahrscheinlichkeit am Abend liegt bei nur zehn Prozent. Dafür werden es mit Spielbeginn so schnuckelige acht Grad sein. (Quelle: wetter.net).

+++ Das Lied zum Pokaltriumph gibt es ja schon: "Sie ist eine, die immer lacht, immer lacht, immer lacht..." Simple Zeilen, eingängige Melodie, unterlegt mit einem zünftigen Beat - ein Ohrwurm ist das Lied ganz bestimmt:

Die Berlinerin Kerstin Ott hat den Song (vor Jahren schon) geschrieben, der nun zur Hertha-Hymne wird. Mehr hier zum Nachlesen und natürlich zum Sehen und Hören.

+++ Bundestrainer Löw sieht gute Chancen bei Hertha: „Ich glaube, dass es Dortmund nicht einfach haben wird. Berlin hat in dieser Saison überraschend gut gespielt“, erklärte Joachim Löw. Der Bundestrainer hat eine Wohnung in Berlin. „Hertha wird alles fokussieren. Die ganze Stadt ist so heiß wie noch nie in dieser Saison. Sie haben seit langer Zeit die Chance auf das Finale, sie können im eigenen Stadion, in der eigenen Stadt spielen. Eine größere Motivation gibt es nicht.“

+++ Die Pressekonferenz des BVB läuft: Thomas Tuchel wirkt gut sortiert wie immer. Wenig Mienenspiel. Okay, Euphorie sieht anders aus. "Im Pokal ist das Ziel das Ziel", sagt Tuchel. Der BVB-Coach sagt über Hertha: "Ich erwarte eine sehr selbstbewusste Mannschaft von Hertha. Sie strahlen viel Selbstbewusstsein aus. Sie sind sehr ballsicher und kombinieren sehr gut. Ich glaube, dass sie die Chance, die sie haben, auch nutzen wollen. Darauf sind wir vorbereitet." Und zu Liverpool, dem 3:4 vom Donnerstag in der Europa League, sagt Tuchel. Natürlich sei das noch nicht verarbeitet. "Das wäre heuchlerisch zu sagen, dass das so schnell verarbeitet ist." Aber der Trainer arbeite mit seiner Mannschaft daran, das zu verarbeiten. "Verarbeitung bedeutet ja nicht zu verdrängen", sagt Tuchel.

Dann räsoniert der Trainer in der PK ein wenig darüber, was passieren könnte, wenn Dortmund am Mittwoch verlieren sollte und warum es nicht gut ist, darüber zu reden. Ein wenig Medienschelte gibt es also obendrauf, das kann Tuchel ja ganz gut. Der Trainer sagt noch: Die Stimmung in seiner Mannschaft sei gut. Noch heute geht es nach Berlin für die Dortmunder. Nach dem Training am Nachmittag in Dortmund.

+++ Stadion lange ausverkauft: Die Tickets für das Spiel waren wie erwartet heiß begehrt. Nur wenige Minuten, nachdem der freie Vorverkauf startete, waren alle Tickets weg. Im Olympiastadion wurde extra die Zusatztribüne in Betrieb genommen. Wer das Spiel nicht live im Stadion verfolgen kann: Es wird übertragen auf Sky und in der ARD.

+++ Pressekonferenz des BVB: Um 13 Uhr wird sich Trainer Thomas Tuchel zum Spiel äußern. Die PK kann man sich live anschauen. Wir berichten natürlich hier über alles Wichtige.

+++ Hertha-Fans hoffen: Am liebsten erinnern sich natürlich die Fans selbst an 1993, als Hertha ins Finale zog. Kollegen, die auf dem Flur davon erzählen, bekommen Gänsehaut und feuchte Augen. Und alle wissen genau, wo sie das Spiel damals verfolgt haben. Besonders persönlich erinnert sich Kollege André Görke an dieses Datum.

+++ Scharmützel im Vorfeld: Die allermeisten Fans sind ohnehin schon längst im Fußballfieber. Für die ganz schlimmen Stimmungsmuffel hatte Hertha eine Plakataktion in der Hauptstadt gestartet. Darauf fanden sich lustige, selbstbewusste und selbstironische Sprüche und Bilder. Und einige Geografie-Defizite der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit. Auf einer Karte des Ruhrgebiets wurden Herne und Gelsenkirchen vertauscht - ein Fauxpas, der Schalke und Dortmund zu Nachbarn machte. Wohlmeinende vermuteten Absicht und eine fiese Spitze gegen den Gegner, vielleicht sogar eine perfide Form von psychologischer Kriegsführung. Dagegen spricht aber, dass auch auf der Berliner Karte nicht alles an seinem Platz ist.

+++ Erinnerungen an 1993: Es ist schon einige Jahre her, dass Hertha zuletzt den Finaleinzug schaffte. Einer weiß es noch ganz genau. Jochem Ziegert war 1993 Trainer der "Hertha Bubis". Kollege Sven Goldmann hat ihn getroffen.

+++ Finalgegner spielen heute: Ob Hertha oder der BVB ins Finale einziehen, entscheidet sich morgen Abend. Der Finalgegner indes wird heute Abend schon feststehen. Dann kämpfen Werder Bremen und Bayern München um den Finaleinzug.

+++ Hertha hofft auf das Wunder: Für beide Vereine kann man die Bedeutung des Spiels kaum überhöhen. Es geht dabei um mehr als den Einzug ins Pokalfinale. Für den BVB wäre ein Finalticket die letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison. Die Meisterschaft ist den Bayern im Grunde nicht mehr abzunehmen, in der Europa League schieden sie jüngst ausgerechnet gegen Jürgen Klopps Liverpooler aus - das 4:3 in der Nachspielzeit war eine der bittersten Niederlagen der letzten Jahre.

Und Hertha will natürlich das Wunder von Berlin schreiben. Zuletzt standen die Berliner 1993 im Pokalfinale (mit der Zweiten Mannschaft), wie überhaupt nur zweimal zuvor. Gewonnen haben sie den Titel noch nie, mit einem Sieg gegen den BVB wären sie dem Pokal immerhin einen ganz großen Schritt näher.

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