Sport : Vor dem Tiebreak

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KRAMNIK – TOPALOW

(12. WM-Partie)

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.e3 Lf5 5.Sc3 e6 6.Sh4 (Slawisches Damengambit mit vertauschten Rollen, denn Kramnik spielt diesmal mit Weiß die gleiche Variante wie Topalow in der 9. und 11. Partie.) 6...Lg6 7.Sxg6 hxg6 8.g3 (Topalow hatte in den beiden erwähnten Partien 8.a3 bzw. 8.Tb1 gespielt, um die Verriegelung des Zentrums mit den Bauernzügen c5, f4 und ggf. b4 vorzubereiten. Kramnik wählt eine flexiblere Figurenentwicklung und gibt – psychologisch interessant – seinem Gegner damit nebenbei zu verstehen, dass er nicht viel von dessen Konzept hält.) 8...Sbd7 9.Ld2 Lb4 10.Db3 Lxc3 11.Lxc3 Se4 12.Lg2 (Zu gefährlich wäre 12.Dxb7? Tb8, z.B. 13.Da6 Df6 14.f4 Sxg3 oder 13.Dxc6? Txb2! 14.Lxb2? Da5+.) 12...Sxc3 13.Dxc3 f5 14.0–0 (Kramnik möchte seine Bauern am Damenflügel in Bewegung setzen und bringt deswegen den König auf der anderen Seite in Sicherheit. Möglich war auch 14.0–0–0 Sf6 15.Kb1; in diesem Fall hätte Topalow wohl 15...De7 gespielt, ebenfalls lang rochiert, dann seinen König nach b8 gestellt und den Springer ggf. nach e4, mit gleichen Chancen.) 14...De7 15.cxd5 (Kramnik bevorzugt klare Strukturen; statt 15.f3 und ggf. e2-e4, plant er den klassischen Minoritätsangriff mit b2-b4.) 15...exd5 16.b4 Sf6 17.Tfc1 Se4 18.Db2 0–0 (Zwar beruhen Topalows Chancen unter anderem auf der h-Linie, aber zunächst stellt er zwecks Figurenharmonie die Turmverbindung her. Der Vorstoß b4-b5 war sowieso nicht zu verhindern, z.B. 18...a6 19.a4 oder 18...Sd6 19.b5! Sxb5 20.Lxd5, mit weißem Vorteil.) 19.b5 Tac8 20.bxc6 bxc6 21.De2! (Einerseits entkräftet dieser Zug den schwarzen Plan ...g5 nebst ...f4, worauf exf4 und f3 folgen könnte; anderseits ist die Dame nun bereit, schnell nach a6 zu schwenken.) 21...g5 22.Tab1 Dd7 23.Tc2 Tf6 24.Tbc1 (Riskant wäre 24.Da6?! f4!, z.B. 25.Tb7 Df5 26.Dxa7 fxe3 27.Txg7+ Kh8.) 24...g4 25.Tb2 (Jetzt ist die Möglichkeit ...f4 aus der Welt, sodass Kramnik wieder zum Plan Da6 und Tb7 zurückkehrt.) 25...Th6 26.Da6 Tc7 27.Tb8+ Kh7 28.Da3 Tb7 29.Df8? (Stärker war 29.Ta8; dann hätte Topalow, um die Drohung 30.Df8 zu verhindern, entweder seine aktiven Kräfte mit 29...Sd6 oder 29...Tf6 zurückziehen oder das Endspiel nach 29...Df7 30.Df8 Dxf8 31.Txf8 akzeptieren müssen; dieses wäre dank der besseren Bauernstruktur angenehmer für Weiß. Nun jedoch kommt Schwarz rechtzeitig zum Gegenangriff.) 29...Txb8 30.Dxb8 Df7! (Auf nach h2!) 31.Dc8 Dh5 32.Kf1 Sd2+ 33.Ke1 Sc4 34.Lf1 Tf6 35.Lxc4 dxc4 36.Txc4 Dxh2 37.Ke2 (Nicht 37.Txc6?? Dh1+ 38.Kd2 Dxc6.) 37...Dh1 38.Tc5 Db1 39.Da6 Db2+ 40.Kf1 Db1+ 41.Ke2 Db2+ 42.Kf1 Th6 43.Dd3! g6 (Das Turmendspiel 43...Da1+ 44.Ke2 Dxa2+? 45.Dc2 Dxc2+ 46.Txc2 wäre trotz Minusbauern eher günstig für Weiß, z.B. 46...Td6 47.Ta2 Td7 48.Ta6 Tc7 49.Kd3.) 44.Db3 Th1+ 45.Kg2 Th2+ 46.Kxh2 Dxf2+ 47.Kh1 Df1+ remis. M.B.

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