Vor dem Trainingslager : Union streicht vier Spieler aus dem Kader

Union startet im Lauftrainingslager in Binz auf Rügen in die Vorbereitung auf die neue Saison. Vier Spieler sind gar nicht erst mitgereist, sie können sich einen neuen Verein suchen.

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Ich muss weg. Ahmed Madouni sucht einen neuen Klub.
Ich muss weg. Ahmed Madouni sucht einen neuen Klub.Foto: picture alliance / dpa

Der Empfang war freundlich. Als die Zweitliga-Fußballer des 1. FC Union am Sonntag nach rund vierstündiger Fahrt Binz erreichten, kam fast ein bisschen Heimatstimmung auf. Das „Seehotel Binz-Therme“, wo die Berliner bis Freitag für ein Lauftrainingslager Quartier beziehen, hatte vor dem Haupteingang eine Union-Fahne gehisst. Doch zur Entspannung sind die Köpenicker nicht auf die Insel Rügen gefahren. Schon eine Stunde nach der Ankunft stiegen die 26 Akteure für eine erste Tour aufs Fahrrad. „Ich freue mich natürlich auf den Anfang nach dem Urlaub. Zum zweiten Mal in meiner Trainerkarriere werden wir ein Lauftrainingslager durchführen. Es ist alles organisiert“, sagte Trainer Uwe Neuhaus. „Das Trainingsprogramm haben wir grob strukturiert und die Belastung festgelegt. Wir können aber immer wieder flexibel reagieren, je nachdem, wie die Intensität angeschlagen hat.“

Der Warm-up des ersten Trainingstages der neuen Saison hatte am Sonntagvormittag schon in Köpenick stattgefunden. Um acht Uhr war Treffpunkt. Nach dem Einkleiden betraten auch Präsident Dirk Zingler und der kaufmännische Leiter Nico Schäfer die Kabine, um die Mannschaft auf die kommenden Monate einzustimmen. „Diese Saison steht natürlich auch in Zusammenhang mit dem Tribünenbau. Ich habe den Bau zum Anlass genommen, mal die Erwartung der Vereinsführung für dieses Jahr und die nächsten Jahre darzulegen“, sagte Zingler. „Wir tun das nicht, um auf der Stelle zu treten und uns zurückzuentwickeln. Letztes Jahr waren wir Tabellensiebter. Wie der Schritt nach vorn aussehen soll, werden wir noch erklären.“

Schäfer informierte die Spieler darüber, dass für vier Akteure trotz laufender Verträge bis 2013 der Weg bei Union endet. Sie gehörten im Gegensatz zu den beiden Neuzugängen Daniel Haas (1899 Hoffenheim) und Björn Kopplin (VfL Bochum) nicht zum Reisekader für Binz. „Mit Jerome Polenz haben wir den Vertrag am Sonnabend fair und ordentlich aufgelöst. Torhüter Marcel Höttecke und Ahmed Madouni sind freigestellt, um ihre Bemühungen zum Vereinswechsel zu intensivieren“, sagte Schäfer. „Bei Marcel Höttecke ist ein sehr starkes Bemühen festzustellen, einen neuen Verein zu finden.“ Mit dem während der vergangenen Saison ausgeliehenen Niederländer Santi Kolk wurde der Vertrag ebenfalls aufgelöst.

Jerome Polenz kam immerhin kurz vor der Abfahrt des Busses noch vorbei, um sich beim Trainerstab und der Mannschaft persönlich zu verabschieden. Insofern scheint die Trennung wohl in der Tat sehr einvernehmlich zu sein. Im Fall Daniel Göhlert bleibt es bei der Freigabe. Angesichts seiner Verdienste für den Verein darf der 31-jährige Routinier, der seit 2006 in Köpenick spielt, seine Arbeitskraft aber weiter anbieten. „Die Entscheidung liegt bei Daniel. Er hat die Freigabe, aber nicht die Aufforderung zu gehen. Er ist weiter im Kader“, sagte Vereinschef Zingler. „Er ist seit vielen Jahren bei uns. Deshalb überlassen wir ihm die Entscheidung für seine weitere Karriere. Er gehört ganz normal zum Kader wie jeder andere auch.“

Bis zum Transferende am 31. August hofft Trainer Neuhaus, dass er auf der Suche nach einem Innenverteidiger und Stürmer fündig wird. Vorerst macht sich Union in Binz fit, auch wenn die vor dem Hotel sprudelnde Hertha-Quelle manchen Unioner schmunzeln lassen dürfte.

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