Vor dem Viertelfinale : Herthas Pokalgegner Gladbach kann nicht nur kontern

08.02.2012 00:00 Uhrvon
Ein Meister der Präzision. Lucien Favre versucht sich mit Borussia Mönchengladbach am schönen Fußball und hat bereits große Fortschritte erzielt. Foto: dpa
Ein Meister der Präzision. Lucien Favre versucht sich mit Borussia Mönchengladbach am schönen Fußball und hat bereits große Fortschritte erzielt. - Foto: dpa

Borussia Mönchengladbach hat sich unter Lucien Favre zum Spitzenteam entwickelt. Das liegt vor allem an der starken Defensive - dabei ist das Team alles andere als eine reine Kontermannschaft.

Ende Januar hat Borussia Mönchengladbach nach langer Zeit mal wieder im Fokus der breiten Öffentlichkeit gestanden. Fast sieben Millionen Menschen haben das Duell mit dem FC Bayern München zum Rückrundenstart der Bundesliga im Fernsehen verfolgt und sich anhand dieser Begegnung ein eindeutiges Bild davon gemacht, wie die Borussia Fußball spielt. Genauso wie in den goldenen Siebzigern nämlich, als die Gladbacher den vielleicht besten Konterfußball Europas aufs Feld brachten. „Gladbachs Konter-Könige“, titelte der Fernsehsender Sport 1 auf seiner Internetseite, und auch Michael Skibbe, der Trainer von Hertha BSC, erwartet im Pokal-Viertelfinale „eine ziemlich konterstarke Mannschaft“.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Das interessierte Publikum verfolgt gerade mit Spannung, wie es mit Gladbach nach dem überraschenden Aufschwung weitergeht. In der Hinrunde, so die herrschende Meinung, habe die Mannschaft von ihrer Außenseiterrolle profitiert. Was aber passiert, wenn sich die Konkurrenz auf ihr Spiel eingestellt hat, sie den Gladbachern nicht mehr ins offene Messer läuft, sondern sie erst einmal selbst das Spiel machen lässt? Hannover 96 macht diese Erfahrung gerade. Das Team von Mirko Slomka hat in der vorigen Saison mit seinem Überfallfußball die Liga überrumpelt; inzwischen aber ist Hannovers Spiel weitgehend entschlüsselt.

Auf den ersten Blick ist es frappierend, wie sehr der Weg der Gladbacher dem der 96er aus der Vorsaison gleicht: Eine Mannschaft, die in der Saison zuvor fast abgestiegen wäre, spielt plötzlich oben mit. Doch während Hannovers Stärke das Spiel gegen den Ball ist, legt Borussias Trainer Lucien Favre mehr Wert auf das Spiel mit dem Ball – auch wenn die Partie gegen die Bayern etwas anderes suggeriert hat. „Wir haben uns angepasst“, sagte Favre nach dem Spiel. „Gegen Bayern ist es schwer für uns, anders zu spielen.“

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