Sport : Vor dem Wechsel

Bei Hertha BSC wird nicht nur die Mannschaft schlanker

André Görke

Berlin . „Is’ nicht wahr, oder? Der Werner Lorant ist Trainer in Ahlen? Das höre ich ja zum ersten Mal!“ Rob Maas, der Fußballprofi von Hertha BSC, ist entweder ein guter Schauspieler, oder er hat von der Nachricht wirklich noch nichts gehört. Denn Lorant, der Trainer des Zweitligisten LR Ahlen, soll an dem defensiven Mittelfeldspieler interessiert sein.

Maas will davon nichts wissen. „Ich bin sehr überrascht von dieser Geschichte, ich weiß von gar nichts.“ Am vergangenen Freitag kam das Thema, wie berichtet, in Ahlen erstmals auf den Tisch. Der Klub wolle den 33-Jährigen bis zum Saisonende ausleihen. Doch nun hat sich herausgestellt, dass das wohl nicht geht. Fußballprofis dürfen nur in der von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vorgegebenen „Wechselperiode II“ zwischen dem 1. und 31. Januar ausgeliehen werden – wenn sie am Saisonende zu ihrem alten Arbeitgeber zurückkehren. Maas aber steht am Saisonende ohne Arbeitgeber da, sein Vertrag bei Hertha läuft am 30. Juni aus. Also sagt Maas, dass „ich mir keinen Stress machen muss. Ich will erst mit Hertha sprechen, bevor ich mich entscheide. Das ist das Fairste. In ein, zwei Monaten will ich die Geschichte geklärt haben“.

Hertha will im Sommer den Kader ausdünnen, 14 Verträge laufen aus. Maas soll zu denen gehören, deren Verträge am Saisonende nicht verlängert werden. Dass es für ihn in diesem Jahr bei Hertha nicht gut lief, weiß er. „Ich habe nicht gerade überragend gespielt.“ Maas könnte Hertha im Januar nur verlassen, wenn ein Klub ihn kaufen würde.

Ob Hertha die Verträge der Jungprofis Tchami, Nedzipi und Köhler verlängert, ist fraglich. Auch für René Tretschok soll es schlecht aussehen. Mit Marko Rehmer, Andreas Schmidt und Michael Hartmann ist sich Hertha so gut wie einig. Eyjölfur Sverrisson und Michael Preetz beenden ihre Karriere. Preetz geht ins Management – vielleicht wird dort jetzt ein Platz frei. Martin Bader, der Assistent von Dieter Hoeneß, ist beim VfB Stuttgart als Nachfolger für den entlassenen Manager Rolf Rüssmann im Gespräch. Bader ist 34 und sitzt seit 1998 in der Vereinsführung. Davor war der Betriebswirt Ufa-Chef in Berlin.

Bei Hertha bleiben wird auf jeden Fall Thorben Marx, dessen Arbeitsverhältnis 2004 ausläuft. „Ich werde den Vertrag vorzeitig verlängern“, sagt Marx. „Wir sind uns einig.“ Es geht noch um die Laufzeit: Marx will bis 2006 verlängern, der Verein bis 2007. Im Januar soll eine Entscheidung fallen.

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