Vor HSV-Spiel : Werder-Trainer Schaaf bei Wolfsburg im Gespräch

Wer hätte das an diesem Jubiläumstag des Thomas Schaaf erwartet? An einem freundlichen Frühlingstag in Bremen wird auf dem Werder-Trainingsgelände getuschelt und gerätselt.

Frank Hellmann[Bremen]
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Wie oft noch? Thomas Schaaf jubelt seit zehn Jahren als Werder-Trainer, jetzt könnte er nach Wolfsburg wechseln.Foto: dpa

Die 350 Menschen, die am Samstagnachmittag das Abschlusstraining vor dem sonntäglichen Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV verfolgen, haben nur ein Thema: Thomas Schaaf. Der Trainer schreibt nach der einstündigen Einheit mal wieder am längsten Autogramme; er ist ein Markenzeichen Bremens und scheint so standhaft mit der Stadt verbunden wie der Roland auf dem Marktplatz.

Man hat ihn auf den Tag genau vor zehn Jahren als Nachfolger von Felix Magath zum Cheftrainer befördert. Am 9. Mai 1999 hatte er mehr Haupt- als Barthaare, am 9. Mai 2009 ist es umgekehrt. Und jetzt heißt es: Schaaf hat Kontakte zum VfL Wolfsburg und soll zum zweiten Male Magath-Nachfolger werden. Dem Vernehmen nach steht der derzeit dienstälteste Fußballlehrer der Bundesliga auf der Wolfsburger Wunschliste weit oben. Eine erste Kontaktaufnahme soll es gegeben haben. Aus Wolfsburg gibt es keinen Kommentar dazu, auch Schaaf schweigt lieber. Das Credo des seit Jahrzehnten im niedersächsischen Brinkum wohnenden Familienmenschen lautet wie immer: „Ich hab derlei Dinge noch nie kommentiert und werde das auch diesmal nicht tun.“ Konkreter wurde sein vertrauensvoller Partner, der kommissarische Vorstandschef Klaus Allofs: „Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Thomas mit dem Gedanken spielt, Werder zu verlassen.“ Er habe mit ihm gesprochen: „Diese Unterredung hat mich beruhigt.“ Allofs räumt ein, dass von Seiten der Wolfsburger womöglich mit Schaaf gesprochen worden sei, „das ist wie bei guten Spielern: Auch bei guten Trainern interessieren sich andere dafür“. Allofs jedenfalls meint: „Wir werden mit ihm weiter zusammenarbeiten.“

Torsten Frings ist da nicht so sicher. „Ich hoffe, nur dass es nicht stimmt“, sagte der 32-Jährige. Schaafs bisheriges Jahresgehalt von 1,8 Millionen Euro würde sich bei einem Wechsel wohl fast verdoppeln. „Ich weiß nichts davon. Ich glaube auch nicht, dass Thomas es in so einer Phase der Saison macht“, erklärt Aufsichtsratschef Willi Lemke. In der Tat lassen sich nur Indizien, keine Beweise finden. Der 48-Jährige hat schon mal betont, er könne sich eine Tätigkeit woanders vorstellen. Und auch dieser Satz fiel: „Werder ist ein Bestandteil von mir, aber ich weiß nicht wie lange.“ Fakt ist, dass es den prinzipientreuen Fußballlehrer getroffen hat, dass sein Wirken an der Weser in dieser Saison wiederholt in Frage gestellt wurde. Nach zehn erfolgreichen Jahren.

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