Sport : Vor Paris ist dem SCC nicht bange

Karsten Doneck

Berlin - Die Erkenntnis überraschte selbst einen gestandenen Nationalspieler. „Wir sind besser, als ich gedacht habe, aber vielleicht noch nicht gut genug, um so ein Spiel auch mal zu gewinnen“, sagte Marko Liefke. Da hatten die Volleyballer des SC Charlottenburg gerade ihr erstes Vorrundenspiel in dieser Saison in der Champions League verloren: 2:3 gegen Tours VB – nach sensationeller 2:0-Satzführung. Das war am 10. November. Inzwischen ist die Gruppenphase beendet und der SCC immer noch im Wettbewerb. Heute (19 Uhr, Sömmeringhalle) empfangen die Charlottenburger im Hinspiel des im K.o.-System ausgetragenen Achtelfinals Paris Volley, derzeit Tabellenfünfter in Frankreich. Als „nicht völlig unlösbar“ stuft SCC-Manager Kaweh Niroomand diese Aufgabe ein. Mirko Culic, der Trainer, ist gar bemüht, den Druck von seinen Spielern zu nehmen. Obwohl der SCC national mit seinem Dauerrivalen VfB Friedrichshafen noch heftig um Meisterschaft und Pokalsieg streitet, behauptet Culic steif und fest: „Wir haben jetzt schon eine sehr erfolgreiche Saison gespielt und mehr erreicht, als uns zugetraut wurde.“

Anfangs sollte die Champions League für den SCC nur eine nette „begleitende Maßnahme“ (Niroomand) sein. Die Mannschaft sollte bei den namhaften Gegnern aus Frankreich und Italien Anschauungsunterricht nehmen. Lernen, um dann national in dieser Saison zum dritten Mal in Serie Deutscher Meister zu werden. Die Mannschaft nahm indes ihren Auftrag im Europapokal derart ernst, dass sogar die für nahezu unschlagbar gehaltenen Italiener von Sisley Treviso mit 3:2 bezwungen wurden. Diesmal nach einem 0:2-Rückstand. Und das Volleyball-Publikum in Berlin bekam plötzlich Appetit auf den SCC. Sitzen sonst bei gewöhnlichen Bundesligaspielen gegen SG Eltmann oder ASV Dachau zwischen 600 und 800 Zuschauer in der Sömmeringhalle, so kamen zu den vier Heimspielen in der Champions League insgesamt 8350 Fans. Heute gegen Paris Volley rechnen die Charlottenburger mit einer ausverkauften Halle.

Die SCC-Spieler genießen den ungewohnt großen Zuspruch. Und sie geben sich mit dem Erreichten nicht zufrieden. „Wir sind in einer guten Form. Und wenn wir die abrufen, dann können wir alles Mögliche schaffen“, verkündet Libero Nisse Huttunen.

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