• Vor Spiel der Nationalelf gegen Chile: Leon Goretzka: Joachim Löws Musterschüler

Vor Spiel der Nationalelf gegen Chile : Leon Goretzka: Joachim Löws Musterschüler

Leon Goretzka will Bundestrainer Joachim Löw auch im zweiten Confed-Cup-Spiel am Donnerstagabend gegen Chile ins Schwärmen versetzen.

Alles abgedeckt. Schalkes Leon Goretzka könnte dank seiner Leistungen beim Confed-Cup bald in München spielen.
Alles abgedeckt. Schalkes Leon Goretzka könnte dank seiner Leistungen beim Confed-Cup bald in München spielen.Foto: REUTERS

Als sein Vorbild nennt Leon Goretzka immer Toni Kroos. Weil der ruhige Stratege von Real Madrid so perfekte Pässe spiele – und nahezu ohne Fehler. Dieses Weltklasseniveau möchte der 22-Jährige vom FC Schalke 04 unbedingt auch mal erreichen. Dass der Mittelfeldspieler auf einem gar nicht so schlechten Weg dahin ist, zeigt er derzeit beim Confed-Cup in Russland.

Bei dem von Bundestrainer Joachim Löw zum WM-Casting ausgerufenen Turnier ist Goretzka der bisher auffälligste Spieler der deutschen Nationalmannschaft. Und er lässt keinen Zweifel daran, dass er dies auch im zweiten Gruppenspiel gegen Chile an diesem Donnerstag in Kasan (20 Uhr/ARD) bestätigen will: „Wir sind voller Vorfreude auf die Aufgabe gegen Chile. Das Turnier ist ja auch dafür da, sich mit solchen Mannschaften zu messen.“

Goretzka nutzt den Confed-Cup bisher vor allem dazu, seine eigenen außergewöhnlichen Fähigkeiten noch mal einem größeren Publikum zu präsentieren. Auf der offensiven Achterposition im Mittelfeld, auf der er sich auch am wohlsten fühlt, zeigte er am vergangenen Montag beim 3:2-Sieg gegen Australien eine überragende Leistung. Goretzka war auf dem Platz omnipräsent, ging zielstrebig immer wieder in den Strafraum und war an allen Toren beteiligt. Das 1:0 von Lars Stindl leitete er ein. Vor Julian Draxlers Elfmeter zum 2:1 war er im Strafraum gefoult worden. Und sein bestes von sechs Länderspielen krönte er mit seinem ersten Tor für Deutschland zum 3:1.

Der FC Bayern buhlt bereits um Goretzka

Goretzka selbst gab das Lob, das er danach bekam, lieber an die gesamte Mannschaft weiter. „Wir haben schon in einigen Situationen gezeigt, dass wir sehr gut Fußball spielen können“, sagte er. Doch sein Teamkollege Joshua Kimmich betonte: „Für mich war Leon der beste Mann auf dem Platz.“

Auch Löw schwärmte nach dem Auftaktspiel geradezu von Goretzka. „Er war sehr stark. Er war sehr präsent. Er hat sehr viel gearbeitet. Er hat Zweikämpfe gewonnen in der Defensive. Und was er wirklich überragend gut macht, sind die Läufe in die Tiefe aus dem Mittelfeld. Das macht ihn so gefährlich“, sagte der Bundestrainer. „Er ist in einer sehr guten Form und macht einen sehr guten, fitten Eindruck.“

Löw sieht in Goretzka einen Spieler, der einem Weltmeister wie etwa Sami Khedira in Richtung WM 2018 durchaus Druck machen könnte. „Eine Konkurrenzsituation will man auch damit erreichen, dass junge Spieler nachrücken“, betonte Löw. Teammanager Oliver Bierhoff traut Goretzka ebenfalls bei der WM im nächsten Jahr in Russland eine wichtige Rolle zu: „Er ist ein Riesentalent. Wir glauben an ihn, auch für die Zukunft.“

Wer solch hohe Erwartungen erfüllen will, braucht auch auf Vereinsebene einen Arbeitgeber, der einem die entsprechende Bühne bietet. Deshalb gerät der FC Schalke beim Thema Goretzka immer stärker unter Druck, denn die Gelsenkirchener verpassten nach einer enttäuschenden Saison auf Platz zehn erstmals seit sieben Jahren den Europapokal. Eine Bühne, die Goretzka eigentlich als Standard für sich sieht. Zumal sein Vertrag nur noch bis 2018 läuft.

Goretzka steigert seinen Marktwert erheblich

Da Goretzka schon mit seinen Auftritten in der Bundesliga das Interesse des FC Bayern geweckt hat, gab es zuletzt bereits Medienberichte, sein Wechsel zum Deutschen Meister sei spätestens für 2018 bereits beschlossen. Goretzkas vortreffliche Eindrücke vom Confed-Cup könnten die Münchner noch animieren, vielleicht schon in diesem Sommer zu handeln. Und Schalke würde nur dann auch noch eine Ablösesumme kassieren.

Allerdings können es sich die Gelsenkirchener sportlich nicht leisten, Goretzka ziehen zu lassen. War er doch einer der wenigen Lichtblicke in der Vorsaison. In Manager Christian Heidels Planungen für die nächste Saison spielt Goretzka eine extrem wichtige Rolle. Es bestehe der klare Wille, um ihn herum eine Mannschaft zu bauen, die wieder um die oberen Platze der Bundesliga spielen kann, sagte Heidel kürzlich: „Um es klar zu sagen: Leon ist ein zentraler Spieler für uns. Und er ist nicht zu uns gekommen und hat gesagt, dass er weg will.“

Aufgrund all der Diskussionen um ihn veröffentlichte Goretzka vor dem Confed-Cup eine Erklärung auf Facebook. „Es gibt Gerüchte, Vermutungen, Spekulationen – ich kann euch sagen, dass alles Veröffentlichte falsch ist“, schrieb er. „Die Fakten werde ich liefern, wenn wirklich Entscheidungen gefallen sind.“ Zu Wechselspekulationen will er sich seitdem in Russland nicht mehr äußern. Er steigert lieber seinen Marktwert. (Tsp)

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