Vor Testspiel : Fußball-Fan nach Schlägerei in Köln in Lebensgefahr

Vor dem Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Schalke 04 ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen, rund 300 Anhänger beider Vereine sollen in der Kölner Innenstadt aufeinander eingeprügelt haben. Ein Fan wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

Foto: dpa

Ein Fan ist bei heftigen Ausschreitungen in der Kölner Innenstadt vor dem Fußball-Testspiel des 1. FC gegen den FC Schalke 04 lebensgefährlich verletzt worden. Rund 300 Anhänger beider Vereine hätten sich vor der Partie getroffen und aufeinander eingeprügelt, berichtete die Polizei am Samstag. Vor Ort würden Zeugen vernommen, hieß es. Der 2:1-Sieg des Zweiliga-Spitzenreiters Köln gegen den Erstligisten aus Gelsenkirchen geriet zur Nebensache.

Auch in Berlin herrschte Entsetzen nach Bekanntwerden der Ausschreitungen. Dort diskutierten Fans und Verbandsverantwortliche am Samstag über Wege zu einem friedlichem Miteinander. Von den Ausschreitungen in Köln distanzierte sich die Organisation „ProFans“.

„Das können wir absolut nicht gutheißen, wir sind schockiert“, sagte ihr Sprecher Alex Schulz. „Das Problem ist, dass das Leute sind, die wir nicht erreichen“, erklärte Schulz. Ein Sprecher von „Unsere Kurve“ wollte dazu noch nichts sagen. Er meinte, das könne man erst, wenn man mehr über die Geschehnisse wisse.

Über die genauen Umstände, was in Köln passierte, gab es zunächst keine weiteren detaillierten Auskünfte. Dennoch dürften diese Vorkommnisse die ohnehin hitzige Diskussion weiter befeuern. In einem Brief, den NRW-Innenminister Ralf Jäger den Organisatoren des zentralen Fankongresses übermittelt hatte, prangerte der SPD-Politiker an: „Straftäter reisen quer durch Deutschland, provozieren auf dem Weg zum Stadion Krawalle und Ausschreitungen.“ Dies wiederum erzürnte die Fanszene. „Diese Worte, die er an uns richtet, sind eine Kampfansage“, sagte Sig Zelt von „ProFans“. Die Art und Weise sei „erschütternd“, betonte sein Kollege Jakob Falk.

Der Innenminister setze Fußball-Fans mit Intensivtätern gleich, gegen die in Zukunft noch härter vorgegangen werde, klagte Zelt. Der Kongress stehe eigentlich für eine gewisse Differenzierung. Dass „eine Politik der harten Hand“ zum Erfolg führe, könne er sich nicht vorstellen, meinte Falk, ehe die Nachricht aus Köln die Kongress-Teilnehmer erreichte.

Rund 700 Fußball-Anhänger diskutieren in einem ehemaligen Berliner Kino an diesem Wochenende unter anderem über das Verhältnis zur Polizei. Zelt bezeichnete dies als „katastrophal“. (dpa)

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