Vor USA-Debüt gegen Krzysztof Glowacki : Marco Huck: Box-Weltmeister und Promoter

Neuer Wohnort, neuer Trainer, eigener Promoter: Boxweltmeister Marco Huck hat sein Leben vor dem Kampf gegen Krzysztof Glowacki total umgekrempelt.

Hartmut Scherzer
Denkt bereits wie ein Promoter: Marco Huck hat einen Kampf gegen Wladimir Klitschko stets im Hinterkopf.
Denkt bereits wie ein Promoter: Marco Huck hat einen Kampf gegen Wladimir Klitschko stets im Hinterkopf.Foto: dpa

So viel hat Marco Huck als sein eigener Promoter in den USA schnell gelernt: Ordentlich auf den Putz hauen bringt Aufmerksamkeit und schüchtert einen zurückhaltenden Herausforderer wie den Polen Krzysztof Glowacki vielleicht etwas ein. Auf der Pressekonferenz mit abschließendem In-die-Augen-Stieren am Mittwoch am Times Square in New York nutzte der WBO-Champion im Cruisergewicht die Gelegenheit, sich aufzuplustern. „Ich werde mit ihm den Boden aufwischen“, tönte der deutsche Fighter mit bosnischen (Mutter), albanischen (Vater) und serbischen (Geburtsstadt Novi Pazar) Wurzeln.

„Käpt’n Huck“, so sein Kampfname, heißt mit Geburtsnamen Muamer Hukic. „Viele haben schon große Töne gespuckt, aber keiner konnte seine Versprechen halten. Ich bin einer der wenigen, die auch immer genau das tun, was sie im Vorfeld sagen“, sagte der 30-Jährige. Bei der Pflichtverteidigung am Freitag (Sonnabend 2.30 Uhr MESZ/Sky live) in Newark würde dem Aufschneider demnach Glowacki nur als Putzlappen dienen. Weil der Pole nach zwei Minuten den Augentest abbrach, triumphierte Huck: „Die erste Runde ging schon mal an mich.“

Marco Huck gegen Krzysztof Glowacki ist nicht der Hauptkampf

Glowacki, zuletzt Europameister und in 24 Profikämpfen siegreich, gab sich selbstbewusst, aber nicht großmäulig. „Ich bin so gut vorbereitet und so motiviert wie noch nie und werde den Titel mit nach Polen nehmen“, sagte der 29-Jährige. Sowohl Glowacki als auch Huck boxen erstmals außerhalb Polens beziehungsweise Deutschlands. Ihr Kampf ist aber nur die Nummer zwei der Boxnacht nach der eigentlichen Attraktion, der WM im Schwergewicht zwischen den beiden Amerikanern Antonio Tarver und Steve Cunningham.

Marco Huck, der seinen Titel zum 14. Mal verteidigt, hat genau ein Jahr lang nicht geboxt und in dieser Zeit sein Leben total umgekrempelt, sowohl sportlich als auch privat. Nach zehn Jahren trennte sich der frühere Kickboxer aus Bielefeld vom Berliner Boxstall Sauerland Event und seinem Trainer Ulli Wegner. Nach dem Vorbild der Klitschkos und Felix Sturms machte er sich zu Beginn des Jahres als Promoter selbstständig und gründete die Firma „Huck Sports Promotion“. Huck, seit 2009 deutscher Staatsbürger, lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern wieder in seiner Heimatstadt Novi Pazar im Südwesten Serbiens, wenige Kilometer von der Grenze zum Kosovo entfernt.

Marco Huck: "Wladimir Klitschko geht mir aus dem Weg"

Sechs Wochen lang bereitete sich Marco Huck mit seinem neuen, amerikanischen Trainer Don House in Las Vegas auf sein USA-Debüt vor. Sauerland Event hatte es Wegner untersagt, den Abtrünnigen weiter zu trainieren. Marco Huck liebt es, auf die Pauke zu hauen und zu provozieren. So wird er nicht müde, dem Super-Champion im Schwergewicht Kneifen vorzuwerfen: „Wladimir Klitschko geht mir aus dem Weg.“

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