Sport : Vorbild mit Golfschläger Bernhard Langers Sohn eifert seinem Vater nach

Petra Himmel[München]

Ein leises Lächeln wandert über sein Gesicht. Er schmunzelt ein wenig, wird selbstironisch: „Na ja, zwischendrin kommt es eben immer wieder mal vor, dass der Golfball nicht merkt, wie alt ich bin“, sagt Bernhard Langer. „Dann spiele ich immer wieder mal ganz gut.“ So wie in den letzten Tagen. Der 49-Jährige bestreitet derzeit den World Cup auf Barbados, der am Sonntagabend zu Ende geht, und hat das Turnier am Donnerstag mit einer erstklassigen 65er Runde begonnen. Sein Partner Marcel Siem ist 26 Jahre, jung genug also, um Langers Sohn zu sein. Die Rollen auf Barbados sind klar verteilt: Bernhard Langer, der zweifache Masters-Champion, ist der Chef im Team. Siem kann von ihm nur lernen. Nach der zweiten Runde lagen die beiden auf dem vierten Platz.

Im Umgang mit Nachwuchs hat Langer inzwischen durchaus Gespür. In der vergangenen Woche hat er mit dem eigenen Sohn Stefan, 16 Jahre alt und mit dem Handicap +1, die Father & Son Challenge in Orlando zum zweiten Mal in Folge gewonnen. Nach seinem 50. Geburtstag im nächsten August wird der Senior auf die Champions Tour der Senioren wechseln. Bei den jüngeren Profis kann er nicht mehr mithalten. Als Nummer 138 der Geldrangliste ist ihm die automatische Qualifikation für die US-PGA- Tour im nächsten Jahr missglückt.

Trotzdem steht der junge Siem leicht nervös neben Langer und staunt. Er saugt jedes Detail auf, das er bemerkt. „Ich habe schon in der Übungsrunde so viel gelernt“, erzählt er euphorisch. „Wie er den Golfplatz behandelt, wie er seine Strategie angeht, den Wind einkalkuliert und alles andere.“

Langers Sohn Stefan, ein stiller blonder Teenager, verfolgt das Spiel der beiden ebenso genau. Er hilft dem Vater dieser Tage als Caddie, es ist sein zweiter Einsatz an der Tasche. „Er macht seinen Job ganz gut“, sagt der Vater. „Er kann auch die Grüns hier schon ganz ordentlich lesen.“ Langer gesteht zu, dass er ein durchaus strenger Vater ist, weshalb er die golferischen Ambitionen des Jungen kritisch beobachtet. Der College-Abschluss des Sohns sei Pflicht, sagt er, wohl wissend, dass er seine eigene Karriere ohne Schulabschluss startete, weil er als 15-Jähriger seine wenig erfreuten Eltern mit dem Entschluss konfrontierte, in Zukunft seine Brötchen als Profigolfer zu verdienen. Von da an tingelte Langer durch Europa, sparte an jeder Mark und arbeitete sich langsam vor an die Spitze. „Gut möglich, dass mein Sohn eines Tages zu mir sagt, du bist schon mit 15 Profi geworden. Aber das wird ihm auch nicht weiterhelfen.“ Noch ein Langer, da ist er sich sicher, soll diesen riskanten Weg nicht nehmen.

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