Vorrundenbilanz : Viele Bundesliga-Profis ausgeschieden

Das Kontingent der Bundesliga-Spieler bei der EM ist nach der Vorrunde enorm geschrumpft - doch die Bundesliga ist immer noch spitze.

Die Fußball-Bundesliga hat für die EM 2008 die mit Abstand meisten Spieler abgestellt. Doch während die DFB-Auswahl mit 19 Bundesliga-Profis im 23er-Kader am Donnerstagabend im ersten Viertelfinale gegen Portugal stand, war für fast zwei Drittel
der Legionäre das EM-Turnier bereits nach der Vorrunde beendet. 24 der 38 vor EM-Beginn gemeldeten Legionäre aus Deutschland waren zum Start der K.o.-Phase schon wieder abgereist, nur 14 noch im Einsatz. Dadurch muss sich die Bundesliga mit 33 Abstellungen den Spitzenplatz mit der spanischen Primera Division teilen. Englands Premier League und Italiens Serie A (beide 21) folgen mit Abstand.

„Das war ein Alptraum“, sagte der tschechische HSV-Profi David Jarolim stellvertretend für viele Leidensgenossen aus anderen Ländern zum enttäuschenden EM-Verlauf. Ebenso wie Gastgeber Schweiz blieben die Tschechen mit jeweils sechs Deutschland-Legionären früh auf der Strecke. Der entthronte Titelverteidiger Griechenland mit Coach Otto Rehhagel sowie den Bundesliga-Profis Theofanis Gekas, Angelos Charisteas, Sotirios Kyrgiakos und Ioannis Amanatidis geht mit null Punkten aus drei Partien sogar als schwächster Europameister seit Einführung der 16er-Endrunde (1996) in die Fußball-Geschichte ein. Charisteas: „Das ganze Turnier ist für uns unglücklich verlaufen.“

Das Fähnlein der Bundesliga-Legionäre halten nach Siegeszügen durch die Vorrunde vor allem Deutschland-Bezwinger Kroatien (6) und Nachbar Niederlande (3) hoch. Portugals Fernando Meira und Hugo Almeida, der Italiener Luca Toni, der Türke Hamit Altintop und der Russe Iwan Saenko haben mit ihren Teams ebenfalls die Gruppenphase überstanden.

„Die Stimmung ist einfach sensationell“, betonte Borussia Dortmunds kroatischer Torjäger Mladen Petric. Titelträume reifen auch im Top-Vorrundenteam aus den Niederlanden, in dem die HSV-Profis Rafael van der Vaart, Joris Mathijsen und Nigel de Jong zum Stamm zählen. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir das Finale erreichen“, tönte Mathijsen. Und van der Vaart meinte: „Bisher klappte alles. Wenn wir so weiterspielen, können wir jeden schlagen.“

Ein EM-Verlierer ist der VfB Stuttgart: Torjäger Mario Gomez war in den drei für ihn torlosen Vorrundenspielen ebenso eine der großen Enttäuschungen im DFB-Team wie VfB-Kapitän Meira in der Rolle als Edelreservist im Team der Portugiesen. So konnte der Stuttgarter Abwehrchef, den der VfB nach Medienberichten gerne verkauft hätte, die erste EM-Phase eben so wenig als Laufsteg nutzen wie Ciprian Marica. Der auch verletzungsbedingt bei den ausgeschiedenen Rumänen nicht eine Minute zum Zuge gekommene Stürmer konnte keine Interessenten anlocken. Und Spielmacher Yildiray Bastürk schaffte nicht mal den Sprung in den EM-Kader des Viertelfinalisten Türkei. (dpa)

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