Sport : Vorsicht, heiße Quote!

Bei Albas Stefano Garris läuft es prächtig – jetzt muss die Konzentration im Team steigen

Benedikt Voigt

Berlin. Pssst, das muss jetzt geheim bleiben. Vielleicht nicht völlig geheim, weil es ja gleich in der Zeitung stehen wird. Aber auf keinen Fall sollte man zu laut darüber reden, weil es just in jenem Moment vorbei sein könnte, in dem man zu laut und zu viel darüber geredet hat. „Ich bin da ein bisschen abergläubisch“, sagt Stefano Garris und möchte das Wort „abergläubisch“ sogleich wieder zurückziehen. Eigentlich möchte der Basketballer von Alba Berlin überhaupt nichts dazu sagen. „Ich will einfach nicht darüber nachdenken.“ Also sei es an dieser Stelle nur kurz und, pssst, ganz leise erwähnt: Bei Stefano Garris läuft’s.

Nun, da es raus ist, dürfen noch ein paar Fakten zur Unterstützung hinzugezogen werden: 21 Punkte, 70 Prozent Trefferquote aus dem Feld, 100 Prozent Trefferquote bei Freiwürfen. Damit lieferte Stefano Garris einen entscheidenden Beitrag zum mühsamen Erfolg im Bundesligaspiel gegen TBB Trier (82:74). Schon seit drei Spielen trifft der Flügelspieler von Alba Berlin bei seinen Distanzwürfen, die Hallenzeitung führte ihn am Samstag unter der Rubrik „Vorsicht, heiß“. Stefano Garris strahlte im Vip-Raum der Max-Schmeling-Halle mit den zwei Edelsteinen in seinen Ohren um die Wette. Erklären kann und will er sich das Formhoch aber nicht: „Ich denke nicht darüber nach.“

Genau diese Unbekümmertheit fehlt seinem Team gegenwärtig noch. „Ich kann nicht sagen, dass dieses Spiel ein Schritt nach vorn war“, sagte Albas Vizepräsident Marco Baldi, „dieses Spiel lässt alles offen.“ Nach einer mäßigen ersten Halbzeit hatten sich die Berliner im dritten Viertel abgesetzt (60:51), nur um Trier wieder herankommen zu lassen (60:59). „Wir brauchen jetzt ein Schlüsselspiel, bei dem die Konzentration über 40 Minuten bei allen da ist“, sagte Baldi.

Gegen Trier hatte sich auch DeJuan Collins fünfeinhalb Minuten der Unkonzentriertheit geleistet. Mit drei schnellen Fouls brachte er sein Team in arge Bedrängnis, da sich Albas zweiter Aufbauspieler Mithat Demirel wegen einer Blockade im Rücken in der ersten Halbzeit behandeln lassen musste. „Ich konnte mich gar nicht hinsetzen“, sagt Demirel, „ich habe nur kurz in die Halle geschaut, wie es steht.“ In der zweiten Halbzeit setzte er sich auf die Bank, um aushelfen zu können. Die Verletzung kommt zu einem unglücklichen Zeitpunkt, zuletzt hatte sich der Nationalspieler mehr Einsatzzeiten gewünscht. Gegen Trier hätte er sie wegen Collins’ Foulbelastung wohl bekommen. „Das war schlechtes Timing“, sagte Demirel. Doch Collins (14 Punkte) machte seine Sache nach den drei Fouls gut.

Im Europaligaspiel gegen Slask Wroclaw (Mittwoch, 19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) wird Demirel wohl wieder spielen können. Vizepräsident Baldi hofft, dass das schon das Schlüsselspiel ist, bei dem Alba Berlin das Zusammenspiel findet. „Die Mannschaft spürt ihre Stärke“, sagte Baldi. Wie Stefano Garris, der sie schon gefunden hat. Nun sagt er : „Einfach weitermachen.“ Und nicht so viel darüber reden. Also pssst.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben