Sport : Vorsicht ist Gebot

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Muss man Angst haben um die WM in Südafrika? Bilder von verletzten, verstörten Fußballern gehen um die Welt – sie stammen von jenem Kontinent, der mit Hilfe des Fußballs in diesem Jahr in einem besseren Licht erscheinen wollte. Nun ist kurz vor Beginn des Afrika-Cups in Angola der Mannschaftsbus von Togo von Guerillakämpfern beschossen worden. Mehrere Menschen sind bei dem blutigen Angriff gestorben, auch ein Spieler kämpft offenbar ums Überleben. Das Team reist ab. Und Afrika erscheint wieder einmal gefährlich. Soll hier wirklich gespielt werden?

Vorsicht ist geboten. Auf vielen Wegen in Afrika. Aber auch bei vielen Urteilen, die rund um die Welt gefällt werden. Politisch motivierte Anschläge auf Sportveranstaltungen gab und gibt es allerorten; Deutschland entging bei der WM 2006 den Kofferbombern nur mit Glück. Jetzt die WM in Südafrika in Zweifel zu ziehen geht an der Sache vorbei. Der Afrika-Cup in Angola aber könnte eine Pause der Nachdenklichkeit und Trauer vertragen.

Afrika ist ein Kontinent mit vielfältigen Problemen; Südafrika hat andere als Angola. Dennoch sollten die WM-Organisatoren aus den folgenschweren Fehlern der Veranstalter des Afrika-Cups lernen. Der Umgang des afrikanischen Fußballverbandes, der die Schüsse erst verharmloste und dann dem angegriffenen Team eine Mitschuld zuschob, ist beschämend. Und eine Antwort auf die Frage, warum überhaupt in der wegen reicher Ölvorkommen und einer aktiven Separatistenbewegung gefährlichen Enklave Cabinda gespielt werden muss, hat Angolas Regierung nicht gegeben. Die Spiele nicht in Cabinda anzupfeifen, das würden der Menschenverstand und die Sorge vor möglichen weiteren Opfern gebieten.

Gefahren kleinzureden und zu kaschieren steht auch Südafrikas Organisatoren schlecht zu Gesicht. In Johannesburg, in dessen Nähe die deutsche Nationalmannschaft Quartier bezieht, versinken Viertel in Kriminalität. Ein Gast der Auslosung der WM-Qualifikation wurde in Durban erschossen, ein Raubmord. Auch wenn zur WM mehr Sicherheit geschaffen werden soll: Garantien kann keiner geben. Vorsicht bleibt geboten, nicht Angst.

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