Sport : Vorspiel in China

Drei Jahre vor Olympia trifft sich an diesem Samstag die Elite der Leichtathletik in Schanghai

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Schanghai Das größte Leichtathletik-Sportfest in China soll am kommenden Samstag rund 80 000 Zuschauer ins Stadion der Millionen-Metropole Schanghai locken. „Das ist eine Premiere, so etwas gab es in China noch nie. Die Leute hier sind total begeistert, weil sie ihre Helden in der Leichtathletik und nicht in der Formel 1 oder im Tennis haben. Hürden-Olympiasieger Liu Xiang zum Beispiel. Wir wollen ganz groß einsteigen“, sagt Jos Hermens, der Manager des Sportfestes.

Beim „Shanghai Golden Grand Prix“ werden mehr als 20 Olympiasieger und Weltmeister in 14 Disziplinen an den Start gehen. Der Niederländer Hermens konnte die Weltklasse-Athleten mit einem Etat von zwei Millionen Dollar zum Saisonende noch einmal nach China locken. „Wir zahlen gute Start- und Preisgelder, aber viele Athleten kommen auch, um sich zum ersten Mal mit China bekannt zu machen. Zu den Olympischen Spielen 2008 möchten sie dann gern wiederkommen“, sagt der frühere Langstrecken-Läufer. Jeder Sieger in den insgesamt 14 Entscheidungen bekommt 20 000 Dollar; der Weltrekord-Bonus von 150 000 Dollar ist um 50 Prozent höher als die Prämie bei den Weltmeisterschaften oder den Golden-League-Meetings.

Kandidatin auf einen Rekord-Scheck von 170 000 Dollar – ohne Antrittsgage – ist die Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa. Die Olympiasiegerin und Weltmeisterin aus Russland will nach drei vergeblichen Anläufen nach der WM endlich 5,02 Meter überqueren – es wäre ihr 19. Weltrekord.

Spannung versprechen auch die Sprints. Olympiasieger und Doppel-Weltmeister Justin Gatlin (USA) trifft über 100 Meter auf seinen Landsmann Maurice Greene, den Ex-Weltrekordler und Olympiasieger von Sydney 2000. Bei den Frauen präsentiert sich das junge US-Weltmeister-Duo Lauryn Williams (100 Meter) und Allyson Felix (200 Meter). Der zweimalige „Welt-Leichtathlet“ Kenenisa Bekele (Äthiopien) tritt diesmal über 3000 Meter an – für ihn eine Nebenstrecke –, wo er sich gegen die Übermacht aus Kenia behaupten muss.

Nach der kurzfristigen Absage von Weltmeister Ladji Doucouré (Frankreich) ist Liu Xiang der Top-Favorit über 110 Meter Hürden. Der WM-Zweite ist in Schanghai geboren und am Samstag der Publikumsliebling. Zur WM-Revanche kommt es trotz des Fehlens von Doucouré, denn der viermalige Weltmeister Allen Johnson (USA), der in Helsinki WM-Dritter geworden war, will Liu den Heimsieg streitig machen.

Für den Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) wird in Schanghai nur eine Athletin an den Start gehen. Nadine Kleinert, die Kugelstoßerin vom SC Magdeburg, war bei der WM vor vier Wochen in Helsinki Fünfte geworden. dpa

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