VORSPIEL von Mathias Klappenbach : VORSPIEL von Mathias Klappenbach

Das Interesse an Fußballtaktik nimmt stetig zu, und die Fans wissen immer mehr darüber, warum ihre Mannschaft so und nicht anders spielt. Die Anhänger des VfB Stuttgart sind derzeit erst einmal froh darüber, dass ihre Mannschaft etwas Stabilität gefunden hat und bisher nicht der fast schon traditionelle Absturz im Herbst droht. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia erfüllt inzwischen die Grundanforderungen wie „kompakt stehen“ und „hohe Ordnung“. Was noch fehlt im Taktikportfolio, sind mehrere Möglichkeiten, den Gegner mit mehr als einem Vorstoß von Martin Harnik in die Spitze zu überraschen. Zu viel hängt von der Tagesform des Spielmachers Tamas Hajnal ab. Der VfB steht noch vor dem nächsten Schritt der Erweiterung seiner Möglichkeiten, an welchem Hannover 96 schon etwas länger arbeitet. Die Niedersachsen haben es vergangene Saison zu einer Meisterschaft im schnellen Umschalten gebracht. Die Vorgabe von Trainer Mirko Slomka, einen Angriff nach der Balleroberung innerhalb von zehn Sekunden abzuschließen, war schnell jedem Gegner bekannt, gegen die eigene Unsortiertheit im Moment des Ballverlustes lässt sich jedoch schwer etwas unternehmen. Wie sehr das Spiel von 96 auch aktuell auf dieser Methode fußt, zeigen Zahlen aus dem Taktikblog www.spielverlagerung.de. Am vierten Bundesligaspieltag hatte Hannover mit 140 Ballverlusten die meisten der Liga, aber die niedrigste Verlustquote in der eigenen Hälfte. Der Ball geht verloren bei den vielen schnellen riskanten Pässen in die Spitze, kein Team bringt weniger Zuspiele an den Mann und schießt seltener aufs Tor. Mirko Slomka will die Möglichkeiten seines Teams erweitern, jetzt spielen sich die Abwehrspieler den gewonnenen Ball manchmal erst hin und her, bevor es nach vorne geht; oder es wird weit in des Gegners Hälfte Pressing gespielt. Der VfB muss gegen alle Varianten erst einmal kompakt stehen.

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