VORSPIEL von Mathias Klappenbach : VORSPIEL von Mathias Klappenbach

Auf jeder Position seien die Bayern besser besetzt, sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Vor Spitzenduellen wie dem gegen Borussia Dortmund ist es ein beliebtes Spiel, die Teams Mann für Mann zu vergleichen. Für das Spiel am Samstag könnte man zum Beispiel Toni Kroos und Shinji Kagawa gegenüberstellen, um mehr Aufschluss über die Spielweise beider Mannschaften zu erhalten. Beide zentralen Mittelfeldspieler bauen das Spiel ganz anders auf. Kroos mit seinem überragenden Passspiel, Kagawa bietet sich häufig für den (manchmal verzögerten) Doppelpass an, wenn er in die Spitze stößt. Kagawa ist wichtiger Teil des laufintensiven Dortmunder Pressings, Kroos muss wie die anderen Bayern bereits dort stehen, wo gleich um den Ball gekämpft werden wird. Die Münchner verschieben nicht wie andere Teams, sie sind schon da. Kroos und Kagawa sind oft auf den Flügeln zu finden – wenn die Innenverteidiger das Zentrum mit weiten Vertikalpässen überspielen. Bayerns Holger Badstuber hat auch wegen dieser Pässe auf Thomas Müller bei seinem Klubtrainer Jupp Heynckes und bei Bundestrainer Joachim Löw so einen guten Stand. Badstuber, Hummels und andere Innenverteidiger überspielen häufig die Zentrale, die Außenverteidiger bringen den Ball selbst zu den offensiven Außenspielern und schalten sich mit in den Angriff ein. In den vergangenen Jahren galten die Sechser als wichtigste Position im modernen Fußball, jetzt fällt bei den Münchnern der Ausfall von Bastian Schweinsteiger offensiv nicht so schwer ins Gewicht; in Dortmund spricht schon niemand mehr vom teuren Ilkay Gündogan. Die Bedeutung der Sechser für das Offensivspiel war schon einmal größer. Zu sehr hat das Tempo im Aufbauspiel, das meist ein Umkehrspiel ist, zugenommen, jede Station mehr kostet wertvolle Zeit. Der Unterschied zwischen Kroos und Kagawa mag groß sein, ihre Rollen im offensiven Flügelspiel haben aber eine ähnliche Bedeutung. In der Zentrale ist es ohnehin zu eng.

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